Familiennachfolge aus der Praxis

Hausbesuch Unternehmensnachfolge bei der UN Carservice GmbH

Birgit Hemsing (Unternehmensberatung HWK Dortmund), Nick Nöfer (Geschäftsführer UN Car Service GmbH), Kerstin Raschke (Beraterin "Walking in Business") © HWK Dortmund

Wie Unternehmensnachfolge wirklich funktioniert, lässt sich am besten dort verstehen, wo sie passiert: im Betrieb selbst. Genau das ist der Ansatz des Formats „Hausbesuch Unternehmensnachfolge“, das die HWK Dortmund im Namen der Nachfolgeallianz Ruhr gemeinsam mit der IHK Mittleres Ruhrgebiet durchführt.

Im Juli öffnete die UN Carservice GmbH ihre Türen für einen Abend, der einen besonders sensiblen und zugleich häufigen Nachfolgeweg in den Mittelpunkt stellte: die familieninterne Übergabe.

Nachfolge ist kein Nebenbei-Projekt

Der Generationenwechsel gelingt nur selten „nebenbei“. Das zeigte sich auch in Bochum sehr deutlich: Eine Nachfolge ist weit mehr als eine formale Übergabe. Wichtig dabei ist vor allem Vertrauen und eine klare Struktur. Aber auch die Fähigkeit, das Tagesgeschäft stabil weiterzuführen, während im Hintergrund Weichen neu gestellt werden.

Einblicke aus erster Hand: Nick Nöfer berichtet als Übernehmer

Besonders wertvoll waren die praxisnahen Einblicke von Nick Nöfer, der als Übernehmer offen über seinen Weg in die Verantwortung sprach. Er teilte Erfahrungen aus dem Prozess, benannte Herausforderungen und machte deutlich, welche Faktoren aus seiner Sicht entscheidend dafür sind, dass ein Übergang in der Familie nicht nur organisatorisch, sondern auch menschlich gelingt. 2023 übernahm Nöfer den Betrieb von seinem Vater, was nach seiner Schilderung nicht nur reibungslos verlief:

„Ich habe Sachen gemacht, die unnötig waren, die überflüssig waren und die Geld gekostet haben. Aber jeder macht Fehler und Fehler gehören dazu“, berichtet er. Trotz der Hürden haben Nick Nöfer und sein Vater den Übergabeprozess erfolgreich gemeistert, den Betrieb modernisiert und neue Strukturen geschaffen.

Fachlicher Impuls: Zusammenarbeit als Schlüssel

Ergänzt wurde der Betriebsblick durch einen kurzen Impuls von Beraterin Kerstin Raschke (Walking in Business) zum Thema: „Nachfolge ist mehr als Übergabe – Tragfähige Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor“

Im Mittelpunkt standen dabei Themen jenseits von Steuern und Recht: Kommunikation, Erwartungsmanagement, Rollenverständnis und das Miteinander der Beteiligten. Diese häufig als „weich“ bezeichneten Faktoren haben sehr konkrete Auswirkungen auf Entscheidungen, die Zusammenarbeit und letztlich auch auf den wirtschaftlichen Erfolg.

Austausch zum Abschluss

Beim anschließenden Ausklang nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, Fragen zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und neue Kontakte zu knüpfen.

Wer vor einer Übergabe steht, über eine Übernahme nachdenkt oder sich frühzeitig orientieren möchte, findet in den Hausbesuchen der Nachfolgeallianz Ruhr praxisnahe Anknüpfungspunkte. Interessierte aller Branchen sind herzlich willkommen. Mehr Informationen finden Sie bei der Unternehmensberatung der HWK Dortmund: