Handwerk Region Ruhr, der Zusammenschluss der Handwerkskammern Dortmund, Düsseldorf und Münster sowie der Kreishandwerkerschaften im Ruhrgebiet, bewertet das Urteil des Oberverwaltungsgerichts, das den Regionalplan Ruhr am 12. Juni 2026 für unwirksam erklärt hat, als spürbaren Dämpfer für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung des Ruhrgebiets. Aus Sicht des Handwerks kommt es nun darauf an, dass der Regionalverband Ruhr (RVR) die schriftlichen Urteilsgründe nach Vorliegen zügig auswertet, die beanstandeten Punkte rechtssicher nacharbeitet und einen klaren Fahrplan für das weitere Verfahren aufzeigt. Die Wirtschaft braucht eine verlässliche Entwicklungsperspektive für gewerbliche Flächen. Dazu erklärt Andreas Ehlert, Präsident der derzeit bei Handwerk Region Ruhr federführenden Handwerkskammer Düsseldorf:
„Das Urteil des OVG Münster ist ein ernstzunehmender Rückschlag für die Standortentwicklung im Ruhrgebiet. Die Wirtschaft braucht Klarheit darüber, wo gewerbliche Flächenentwicklungen mittel- und langfristig möglich sein werden. Gleichzeitig gilt: Mit dem Urteil entsteht kein unmittelbares planungsrechtliches Vakuum. Die Kommunen verfügen über gültige Flächennutzungspläne, die die Grundlage für aktuelle Verfahren bilden.
Mit dem Wirtschaftsflächengipfel Ruhr im April 2026 hat das Ruhrgebiet gerade erst ein starkes Zeichen für die Aktivierung von Wirtschaftsflächen gesetzt. Dieses Aufbruchssignal darf nicht durch eine langanhaltende Phase der Unsicherheit ausgebremst werden. Ohne verlässliche Flächenperspektiven werden unternehmerische Entscheidungen verschoben. Die Wirtschaft braucht schnellstmöglich wieder Planungssicherheit. Deshalb kommt es jetzt darauf an, den Blick nach vorne zu richten. Sobald die schriftliche Urteilsbegründung vorliegt, muss diese ausgewertet und die notwendigen Korrekturschritte eingeleitet werden. Der Ball liegt jetzt beim RVR. Er muss gemeinsam mit den Kommunen einen belastbaren und rechtssicheren Weg für die Entwicklung der Region aufzeigen, bei dem alle an einem Strang ziehen. Einen jahrelangen Schwebezustand kann sich der Wirtschaftsstandort Ruhrgebiet nicht leisten.“