Wer kann gute Ideen entwickeln, junge Menschen für das Handwerk zu begeistern? Am besten diejenigen, die gerade mittendrin sind. Einmal im Jahr kommen deshalb Auszubildende aus ganz Deutschland im Jugendbeirat der Imagekampagne des Handwerks in Berlin zusammen. Organisiert wird das Treffen vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und der Werbeagentur Carl Nann.
Aus dem Kammerbezirk Dortmund nahm Clara Bulian an der Beiratssitzung Anfang Oktober teil. Die 29-Jährige macht derzeit eine Ausbildung zur Schornsteinfegerin bei Bezirksschornsteinfegermeister und Gebäudeenergieberater Lars Kohut aus Bochum. Nach ihrem Abitur absolvierte sie zunächst erfolgreich ein Studium im sozialen Bereich. „Danach habe ich mir noch den Wunsch erfüllt, einen handwerklichen Beruf zu erlernen.“
Anerkennung und Wertschätzung im Handwerk

Neben einem Überblick über die aktuellen Kampagnenaktivitäten stand in Berlin das Thema „Anerkennung und Wertschätzung im Handwerk“ im Mittelpunkt. In Workshops brachten die 26 Teilnehmer ihre Sichtweisen und Erfahrungen ein. Auch die die Social-Media-Maßnahmen und -Kanäle der Handwerkskampagne wurden unter die Lupe genommen. Außerdem gab es einen Ausblick auf die Europameisterschaft der Berufe „EuroSkills“, die im September 2027 in Düsseldorf stattfindet: Eine große Chance für die Kampagnenmacher, auf die Karrierechancen in den mehr als 130 Handwerksberufen aufmerksam zu machen.
Viele Ideen aus der Praxis
Clara Bulian zieht ein sehr positives Berlin-Fazit: „Der Jugendbeirat war richtig interessant und ich habe mich gefreut, dabei sein zu dürfen. Es hat viel Spaß gemacht und wir konnten zu den bestehenden und geplanten Werbekonzepten nicht nur unsere Meinung sagen, sondern auch viele neue Ideen aus der Praxis einbringen.“
Zum Hintergrund
Seit dem Start der bundesweiten Kampagne 2010 lädt der Zentralverband des Deutschen Handwerks jedes Jahr junge Auszubildende aus dem gesamten Bundesgebiet nach Berlin ein, um mit ihnen zu diskutieren: Wie nehmen Jugendliche das Handwerk in der Öffentlichkeit wahr? Findet sich die Leidenschaft der jungen Handwerkerinnen und Handwerker für ihren Beruf in der Kampagne wieder? Was braucht es, um Jugendliche, aber auch die breite Öffentlichkeit anzusprechen, damit das Handwerk und seine Berufe die Aufmerksamkeit und Wertschätzung bekommen, die sie verdienen?