Kammerbezirk. Der Jahresempfang des lokalen Handwerks im Kammerbezirk Dortmund präsentierte sich Anfang Juli in einem neuen Format: Erstmals richteten die Handwerkskammer (HWK) Dortmund und die Kreishandwerkerschaften (KH) Dortmund Hagen Lünen, Ruhr sowie Hellweg-Lippe die zentrale Jahresveranstaltung gemeinsam aus. Damit setzte das organisierte Handwerk ein deutliches Zeichen für Zusammenhalt, stärkere Vernetzung und gebündelte Interessenvertretung. Rund 450 Gäste aus Handwerk, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft folgten der Einladung ins HWK-Bildungszentrum Hansemann in Dortmund-Mengede.
„Mit unserem gemeinsamen Jahresempfang setzen wir ein klares Zeichen“, betonte HWK-Präsident Berthold Schröder. „Es soll künftig die zentrale Jahresveranstaltung des organisierten Handwerks im Kammerbezirk Dortmund sein: ein Ort, an dem wir uns austauschen, gemeinsam nach vorne blicken und die Themen diskutieren, die unsere Betriebe im Alltag wirklich bewegen. Gleichzeitig machen wir hier sichtbar, was das Handwerk auszeichnet: Gemeinschaft, Verantwortung und Gestaltungswillen.“
Christian Sprenger, Kreishandwerksmeister der KH Dortmund Hagen Lünen: „Das Handwerk in unserer Region steht zusammen. Die Herausforderungen, von Fachkräftesicherung über Digitalisierung bis zur Energiewende, machen nicht an Stadt- oder Kreisgrenzen halt. Umso wichtiger ist es, dass wir unsere Kräfte bündeln und mit einer starken gemeinsamen Stimme sprechen.“
„Gemeinsam kann man mehr erreichen als jeder für sich. Netzwerke entstehen durch persönliche Begegnungen. Genau dafür schaffen wir mit diesem Format den Rahmen: für Gespräche auf Augenhöhe, für neue Kontakte und für Ideen, die über den Abend hinaus wirken, bis hinein in konkrete Zusammenarbeit und Projekte“, sagt Christoph Knepper, Kreishandwerksmeister der KH Hellweg-Lippe.
„Hier entstehen Verbindungen zwischen Menschen, die über die Grenzen der jeweiligen Kreishandwerkerschaft hinausreichen: Handwerksunternehmerinnen und -unternehmer, Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft“, sagt Wolfgang Hoffmann, Kreishandwerksmeister der KH Ruhr. „Denn wenn wir die Zukunftsthemen anpacken wollen, Bürokratieabbau, Nachwuchsgewinnung, Transformation, braucht ein breites Netzwerk und verlässliche Partnerschaften. Das Handwerk ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und die Entwicklung unserer Region aktiv mitzugestalten.“
Gemeinsam Zukunft gestalten
Mit der neuen Veranstaltungsart rücken Kammer und Kreishandwerkerschaften bewusst näher zusammen. Ziel ist es, den Austausch zu intensivieren, Synergien besser zu nutzen und gemeinsame Positionen mit einer starken Stimme zu vertreten. Vor allem aber soll die Veranstaltung eines ermöglichen: persönliche Begegnungen.

Handwerk braucht verlässliche Rahmenbedingungen und eine starke Stimme
In seiner Rede verwies Präsident Schröder auch auf die aktuelle wirtschaftliche Lage: Die Ergebnisse der Frühjahrs-Konjunkturumfrage zeigten ein stabiles Fundament, zugleich aber eine zunehmend herausfordernde Entwicklung. Viele Betriebe berichteten von Rückgängen bei Auftragseingängen, Umsatz, Investitionen und Beschäftigung. Zudem haben zahlreiche Unternehmen ihre Verkaufspreise erhöht und weitere Preissteigerungen werden erwartet, unter anderem durch Energie-, Material- und Lohnkosten.
„Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir geschlossen auftreten und die Interessen unserer Betriebe gemeinsam vertreten“, unterstrich der Kammerpräsident. Planungssicherheit und gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen seien entscheidend, damit Betriebe investieren, ausbilden und wachsen können.
Betriebsnachfolge als wichtigstes Zukunftsthema
Konkret bedeute das: mehr Tempo beim Bürokratieabbau und eine bessere Fachkräftesicherung. Eine er wichtigsten Zukunftsfragen im Handwerk sei darüber hinaus die Betriebsnachfolge, so Schröder. Ein Drittel der Betriebe im Kammerbezirk plane in den nächsten fünf Jahren eine Übergabe. Hier müsse man ansetzen und dafür sorgen, dass diese Übergänge gelingen. Denn jede erfolgreiche Übergabe sei ein Gewinn – für Arbeitsplätze, Ausbildung, regionale Wertschöpfung und für die nächste Unternehmergeneration.
Außerdem müsse man den Mut zur Selbstständigkeit stärken. Dafür habe man bereits die Kampagne „Ständig Du selbst“ gestartet. Sie zeige: Selbstständigkeit im Handwerk bedeutet nicht „selbst und ständig“, sondern Freiheit, Gestaltung und Perspektive. Wer gründen oder übernehmen will, solle spüren: Wir brauchen dich – und wir begleiten dich.
Optimistischer Blick in die Zukunft
Gleichzeitig plädierte der der Kammerpräsident für mehr Optimismus: „Zukunft ist kein Schicksal. Zukunft ist nicht vorherbestimmt. Zukunft wird gemacht. Und zwar auf Baustellen, in Werkstätten und in unseren Betrieben. Das Handwerk möchte gestalten und anpacken. Dafür müssen wir jetzt gemeinsam die Weichen stellen.“
Zentrale Jahresveranstaltung des organisierten Handwerks
Der gemeinsame Jahresempfang 2026 markierte den Start eines Formats, das langfristig als zentrale Jahresveranstaltung des organisierten Handwerks im Kammerbezirk Dortmund etabliert werden soll: regional verwurzelt, offen für Neues und getragen von der Überzeugung, dass das Handwerk gemeinsam mehr erreicht.