Die Bildserie in wenigen Worten:
„Ich bin eine Frau im Handwerk. Hermine, 23 Jahre, Fotografin. Als Fotografin ist es meine Aufgabe, Momente im Leben anderer für andere festzuhalten. Warum nicht mal den Blick auf das eigene Werk richten? In einer Serie von sechs Selbstportraits, teils im Spiegel, teils mit Selbstauslöser und Serienfunktion aufgenommen, möchte ich reflektieren und sichtbar machen, was mich in meiner Arbeit persönlich prägt und begeistert – die Analogfotografie. Dokumentiert wird der gesamte Workflow, vom Drücken des Auslösers über die Filmentwicklung und Vergrößerung bis zum fertigen Papierabzug. Es sind genau diese Prozesse, die mich spüren lassen, dass Fotografie ein Handwerk ist. Diesen Aspekt nehme ich in die Serie auf, indem Hände als Motiv, mal mehr mal weniger vordergründig, in jedem der Bilder auftauchen. Die Farbgebung der Aufnahmen ist angelehnt an einen analogen Schwarzweiß-Look, sowie rot-monochrom, um die spannende Dunkelkammeratmosphäre zu vermitteln. Die Serie soll verdeutlichen, dass jeder Handgriff im analogen Prozess eine Bedeutung hat und dass es auf Knowhow, Geduld und Fingerspitzengefühl ankommt. Mir liegt am Herzen, dass dieses Wissen und die Faszination erhalten bleibt. Gerade für uns Frauen, die wir bis heute in den meisten Handwerksberufen unterrepräsentiert sind, ist es wichtig für unsere Leidenschaft zu stehen, einen eigenen Weg zu finden und uns mit unserem Können nicht zu verstecken. Ich bin eine Frau im Handwerk und das macht mich stolz.“
Wie vermitteln die Bilder die Stärke der Frau?
„Meine Serie zeigt Stärke auf eine sehr persönliche Weise. Schon seit langer Zeit ist das Selbstportrait in Kunst und Fotografie ein Ausdruck von Selbstbewusstsein. Und das ist es, was wir Frauen im Handwerk brauchen, um uns in einem seit Jahrhunderten weitestgehend männlich dominierten Feld zu etablieren und anerkannt zu werden. Den Mut, das „eigene Ding“ durchzuziehen, das „dicke Fell“ und die Sichtbarkeit. Selbstbewusstsein ist Stärke. Das versuche ich an meinem eigenen Beispiel in meinen Aufnahmen zu zeigen. Wir brauchen Vorbilder und wir können selbst Vorbilder sein.“





