Stefanie Eisert (30), Fotografie Azubine

Alltägliche Leidenschaft

Die Bildserie in wenigen Worten:

„Heutzutage suchen viele Handwerksbetriebe händeringend talentierten Nachwuchs. Wichtig ist aber auch die Wertschätzung für die vielen Gesellinnen und Meisterinnen, die dem Handwerk schon über Jahrzehnte treu sind ist. In den Bildern dieser Serie wird durch eine harmonische Farbgebung (gelb, grün und braun) eine ruhige Atmosphäre vermittelt, die in der Buchbinderei Löber in Essen während der Arbeit herrscht. An den mit Kleber versehenen Händen wird die harte Arbeit deutlich, die die Buchbinderin Juliane Kühne ausführt. Sie wird hier arbeitend gezeigt, eine Arbeit die Kraft und Konzentration erfordert, wie sie selbst sagt. Daher blickt sie nicht in die Kamera sondern ist auf ihre Arbeit fokussiert. Dieser Fokus verdeutlicht die Leidenschaft und Ausdauer mit der sie ihr Handwerk seit mittlerweile 40 Jahren ausübt. Die ehemalige Obermeisterin hat es mit Eigeninitiative und Willenskraft geschafft, eine eigene Buchbinderei zu übernehmen. So nahm sie in Ausbildungszeiten noch freiwillig Abendkurse, um das aufzufangen, was ihr in ihrem eigenen Ausbildungsbetrieb nicht beigebracht wurde. Sie ist sich der langen Tradition der Buchbinderei bewusst und erzählt stolz, dass ihr Arbeitstisch schon über Generationen hinweg in verschiedenen Werkstätten seinen Platz hatte. Mit all den genannten Eigenschaften sind Frauen wie Juliane Kühne Vorbild für zukünftige Handwerkerinnen-Generationen.“

Wie vermitteln die Bilder die Stärke der Frau?

„Meine Serie zeigt wie Frauen mit Konzentration, Hingabe und Spaß an der Arbeit das Handwerk bereichern. Mit diesen Eigenschaften ausgestattet verrichtet die Buchbinderin ihre Arbeit erfolgreich. Die Maschinen, mit denen die Buchbinderin arbeitet, sind schon Jahrzehnte in Buchbinder Werkstätten in Verwendung, was ihren Charme auch auf den Fotos ausmacht. Genauso wie sich die Buchbinderin auf ihre Arbeit konzentriert, sind auch die Bilder dicht gestaltet und zeigen dreimal das wortwörtliche Handwerk mittels einer Nahaufnahme. In den anderen drei Aufnahmen ist die Buchbinderin jeweils nahezu formatfüllend abgebildet, was wiederum die Stärke ihrer Person in den Vordergrund rückt.“