Die John GmbH Tischlerhandwerk ist ein Tischlerbetrieb mit Sitz in Dortmund. Das Unternehmen wurde 1964 als Einzelfirma durch Tischlermeister Horst John gegründet und wird heute in dritter Generation geführt. Geschäftsführer ist Tischlermeister Gabriel John. Der Betrieb ist in der Branche Tischlerhandwerk tätig und beschäftigt aktuell neun Mitarbeitende. Die Ausbildung hat in der H. John GmbH einen festen Stellenwert: Ausgebildet wird seit 1972 im Ausbildungsberuf Tischler. Insgesamt wurden seitdem weit mehr als 40 Personen im Tischlerhandwerk ausgebildet. Darüber hinaus ist die H. John GmbH Partnerbetrieb der Vogel GmbH Fenster- und Türentechnik im Rahmen einer kooperativen Ausbildung. In diesem Zusammenhang wird seit rund sechs Jahren pro Lehrjahr ein Ausbildungsplatz bereitgestellt. Derzeit werden zwei Auszubildende im Tischlerhandwerk ausgebildet, darunter eine Person im 1. Lehrjahr.
Geschäftsführer Gabriel John:
„Eigentlich ist es ja so, dass der Auszubildende heutzutage keine billige Arbeitskraft ist. Ganz im Gegenteil, durch die duale Ausbildung, die überbetrieblichen Lehrgänge und sonstigen Ausfallzeiten ist die reine Verweilzeit im Betrieb schon sehr reduziert. Auch ist das rechtliche Umfeld, z. B. Ausbildungsrahmenplan, Arbeitszeitregelungen usw. ist sehr umfangreich. Und oftmals schleppen die jungen Menschen auch einen großen sozialen Ballast mit sich ‚rum, der für die Ausbildung sehr hinderlich ist. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht spricht eigentlich also nichts oder nicht viel für ein Engagement im Bereich der Berufsausbildung. Man könnte sogar sagen, wenn eine einigermaßen geschickte Person im Betrieb so ca. ein Jahr angelernt werden würde, hätte die Firma eine gute Arbeitskraft für den betrieblichen Aufgabenbereich. Die großen Betriebe und die Industrie zeigen ja, wie durch Arbeitsaufspaltung immer kleinere Fachbereiche entstehen, die letztendlich durch ungelernte bzw. angelernte Mitarbeiter erledigt werden können.
Ein großes Argument, das für ein Engagement zur Berufsausbildung spricht, ist meines Erachtens: ‚Ich wurde auch ausgebildet.‘ Irgendwann einmal hat sich jemand, ein Betrieb mit Meister und Gesellen, sich meiner angenommen und hat mir das handwerkliche Rüstzeug beigebracht. Auf diesem Fundament ist dann mein beruflicher Werdegang entstanden, der bis zur Meisterprüfung und darüber hinausgeführt hat.
Ein normaler Handwerksbetrieb ist im Grunde nicht so aufgestellt, dass er kleinteilige Arbeitsbereiche hat. Die Mitarbeiter müssen sich in einem großen Spektrum des Berufes auskennen. Hierfür ist es wichtig, nicht nur in Zeiten des Fachkräftemangels, eine fundierte Ausbildung zu vermitteln. Ich biete eine solche Ausbildung an und möchte das mit dem Ausbildungssiegel auch in der Außendarstellung des Betriebes zeigen. Die Auszeichnung mit dem Ausbildungssiegel zeigt eigentlich, dass mit der Ausbildungsstrategie, welche meine Firma schon über viele Jahre verfolgt, ein richtiger Weg beschritten wird. Bei der großen Anzahl der Auszubildenden waren lediglich zwei Personen dabei, die das Ausbildungsziel nicht erreicht haben, also das Ausbildungsverhältnis vorzeitig aufgelöst wurde. Alle anderen haben ihre Ausbildung mit der bestandenen Gesellenprüfung im Tischlerhandwerk abgeschlossen.
Mein Betrieb bildet über den eigenen Bedarf aus. Dies wird auch im Vorfeld der Ausbildung so kommuniziert. Zu einigen der ehemaligen Lehrlinge besteht weiterhin Kontakt. Es ist schön, zu sehen wohin die jeweiligen Karrieren geführt haben. Viele ehemalige Auszubildende sind dem Handwerk erhalten geblieben.