„Hans kann's!“ – HWK vergibt Integrationspreis Handwerk NRW an Hans Kanngiesser GmbH & Co. KG

Förderung durch KI-gestützte Übersetzungen von Lernunterlagen

© HWK Dortmund

In diesem Jahr vergab die Handwerkskammer (HWK) Dortmund den Integrationspreis Handwerk NRW an die Hans Kanngiesser GmbH & Co. KG aus Dortmund. HWK-Vizepräsidentin Kerstin Feix übergab heute den Preis an Britta Kanngiesser, Geschäftsführerin des traditionsreichen Familienunternehmen des Elektrohandwerks, das seit Jahren beispielhaft zeigt, wie Integration, Ausbildung und Fachkräftesicherung im Handwerk gemeinsam gelingen können.

Kerstin Feix, Vizepräsidentin der Handwerkskammer Dortmund: „Mit dem Integrationspreis Handwerk NRW werden Betriebe ausgezeichnet, die nicht nur über Fachkräftesicherung sprechen, sondern sie menschlich und praktisch umsetzen. Die Hans Kanngiesser GmbH & Co. KG übernimmt Verantwortung, für Integration, für Teilhabe und für ein Arbeitsumfeld, in dem kulturelle Vielfalt als Bereicherung verstanden wird. Wer Menschen unabhängig von Herkunft fördert, ihnen zuhört, sie qualifiziert und ihnen Perspektiven gibt, stärkt nicht nur ein Unternehmen, sondern auch unsere Gesellschaft. Das ist gelebtes Handwerk: kompetent, wertschätzend und vorurteilsfrei. Gerade geflüchtete Menschen brauchen faire Möglichkeiten, schnell und nachhaltig Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden. Die Berufsausbildung im Handwerk ist dafür ein Schlüssel, weil sie Sprache, Praxis und Perspektive verbindet und weil Betriebe tagtäglich zeigen können, was in Menschen steckt. Wenn Unternehmen wie Kanngiesser aus Ankommen echte Entwicklung machen, profitieren am Ende alle: die Auszubildenden, die Teams und die Zukunftsfähigkeit unseres Handwerks.“

Über Hans Kanngiesser GmbH & Co. KG
Der 1924 gegründete Familienbetrieb ist im Ruhrgebiet fest verankert und bietet ein breites Leistungsspektrum: von klassischen Elektroinstallationen, über Beleuchtung, Wallboxen, smarte Gebäudetechnik, Brandschutz, bis zu Netzwerk- und Kommunikationstechnik sowie nachhaltige Energielösungen und Elektromobilität.

Integration als gelebte Praxis
Die Auszeichnung würdigt insbesondere das nachhaltige Engagement des Betriebs für die Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte. In den vergangenen 25 Jahren hat das Unternehmen nahezu 100 Elektroniker im Handwerk ausgebildet und damit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region geleistet. Aktuell befinden sich fünf junge Menschen mit nicht deutschen Wurzeln in der Ausbildung.

Besonders hervorgehoben wird die erfolgreiche Integration eines ukrainischen Geflüchteten, der inzwischen im zweiten Lehrjahr ist. Durch individuelle Unterstützung, sprachlich wie fachlich, wird er gezielt gefördert, etwa durch KI-gestützte Übersetzungen von Lernunterlagen. Dieses Angebot steht grundsätzlich auch anderen Mitarbeitenden offen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Zum integrativen Ausbildungskonzept gehören außerdem strukturierte Lernbegleitung, regelmäßige Feedbackgespräche und klar definierte Ausbildungsziele. Sprachförderung, Kundenkommunikation und kulturelle Umgangsformen sind feste Bestandteile der Ausbildung.

Moderne Arbeitsbedingungen und innovative Unterstützung
Britta Kanngiesser: „Für uns bedeutet Integration nicht nur, jemanden einzustellen. Uns ist wichtig, dass Menschen bei uns ankommen, gerne zur Arbeit kommen, sich einbringen können und wirklich Teil unseres Teams werden. Sprache, Ausbildung und Alltag unter einen Hut zu bringen, ist dabei oft eine Herausforderung. Deshalb versuchen wir, Arbeitsabläufe so einfach und verständlich wie möglich zu gestalten — auch mit digitalen Lösungen, die den Arbeitsalltag, das Lernen und die Kommunikation erleichtern. Das hilft gerade neuen Mitarbeitern dabei, schneller anzukommen und sich bei uns einzubringen.“

Weitere Informationen gibt es online:

Hintergrund: