Entwicklung des Handwerks im Bezirk der HWK Dortmund

Mehr Chefinnen, stabile Bestände – Baubranche unter Druck

Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer Dortmund © Marcel Kusch / HWK Dortmund


Kammerbezirk. „Der Betriebsbestand im Handwerk hat sich im Kammerbezirk zum Jahresende 2025 insgesamt weitgehend stabil gezeigt. Gleichzeitig weisen einzelne Regionen und Gewerke teils deutliche Zu- oder Abnahmen auf, die auf konjunkturelle und strukturelle Entwicklungen hinweisen“, stellt Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer Dortmund fest.

Anteil von Frauen an der Unternehmensführung steigt
Zum Jahresende lag der Anteil von Frauen als Chefinnen im Handwerk bei 29,3 Prozent (Vorjahr: 28,7 Prozent). Damit waren 6.045 von insgesamt 20.631 Unternehmen in Frauenhand.

Bestand insgesamt nahezu konstant, aber höhere wirtschaftlich bedingte Löschungen
Der Gesamtbestand stieg im Saldo um 10 Unternehmen. Im Berichtsjahr wurden 2.302 Eintragungen in die Mitgliederverzeichnisse vorgenommen, 2.292 Löschungen standen dem gegenüber.

Auffällig ist die Zahl der 126 Löschungen aus wirtschaftlichen Gründen (inklusive Insolvenzen). Diese entspricht einer Zunahme um knapp 40 Prozent im Jahresvergleich und stellt den höchsten Wert seit 2018 dar.

Regionale Entwicklung: Plus in Herne und Bochum, Rückgang in Hagen
Regional verlief die Entwicklung unterschiedlich:

Herne: +1,5 Prozent (2024: 1.233, 2025: 1.252)

Bochum: +1,1 Prozent (2024: 3.013, 2025: 3.046)

Hagen: -1,2 Prozent (2024: 1.687, 2025: 1.667)

Bau- und Ausbaugewerbe insgesamt rückläufig
Die Lage im Baugewerbe spiegelt sich in mehreren Gewerken wider. Im Maurer- und Betonbauer-Handwerk ging die Zahl der Mitgliedsbetriebe um 45 auf 683 zurück ( -6,2 Prozent). Zimmerer verzeichneten -5,1 Prozent (-6 Betriebe), Maler- und Lackierer-1,6 Prozent (-14).

Zuwächse gab es bei den Bodenlegern (+51 Betriebe / +10 Prozent) sowie im Straßenbauerhandwerk: Am 31. Dezember 2025 waren dort 273 Unternehmen verzeichnet, das sind +15 bzw. +5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Insgesamt ergibt sich für die Bau- und Ausbaugewerbe ein Minus von 134 Betrieben (-1,9 Prozent); der Bestand sank von 7.087 (2024) auf 6.953 (2025).

Metallhandwerke rückläufig, gegenläufige Entwicklung in der Gebäudetechnik
Die fortschreitende Automatisierung und Industrialisierung in der Branche hat dazu geführt, dass auch die Zahlen in den Metallhandwerken rückläufig waren. Feinwerkmechaniker mussten einen Rückgang von 8 Betrieben (-4,3 Prozent), Metallbauer von 10 Betrieben (-2,2 Prozent) hinnehmen. Im Bereich der gebäudetechnischen Handwerke gab es eine auffällige Entwicklung: während die Zahl Installateur- und Heizungsbauer um 2,4 Prozent (-26 Betriebe) zurückging, stieg die Zahl der Elektrotechniker um eben diesen Prozentsatz (+29 Betriebe).

Nahrungsmittelhandwerke und zulassungsfreie Handwerke mit Zuwächsen
In den Nahrungsmittelhandwerken gab es Zuwächse bei Fleischern (+18,2 Prozent / +28 Betriebe) sowie bei Konditoren (+7,8 Prozent / +5 Betriebe). Als Treiber im Fleischerhandwerk wird weiterhin die Einführung der Eintragungspflicht von Fleischtheken im Lebensmitteleinzelhandel genannt.

In den zulassungsfreien Handwerken trugen insbesondere drei Bereiche zum Anstieg bei:

Gebäudereiniger: +8,7 Prozent (+133 Betriebe)

Kosmetiker: +4,3 Prozent (+69 Betriebe)

Fotografen: +3,1 Prozent (+28 Betriebe)

Gründungen rückläufig, Übernahmen nehmen zu
Das Gründungsgeschehen war im Vergleich zum Vorjahr geringer. Die Zahl der originären Neugründungen sank um 192 (-10,4 Prozent) auf 1.661. Gleichzeitig wurden 175 Betriebe übernommen; das sind +26 bzw. +17,4 Prozent mehr als im Vorjahr.