ÜLU
Falk Heller / argum.com

Überbetriebliche Ausbildung & Berufsschule

Vermittlung von High-Tech-Fertigkeiten und Fachtheorie

Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung

Warum Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU)?
Die rasante technische Entwicklung macht den Lernstoff umfangreicher und komplizierter. Die Anforderungen an Auszubildende, Ausbilder und Ausbildungsbetriebe nehmen entsprechend zu. Besonders kleine und mittlere Handwerksunternehmen können deshalb oft nicht mehr alle dem Berufsbild entsprechenden Spezialkenntnisse und High-Tech-Fertigkeiten vermitteln.

Diese Lücke schließt die überbetriebliche Ausbildung somit ergänzt und unterstützt die ÜLU die betriebliche Ausbildung in Handwerksbetrieben. Die Kurse sind berufsspezifisch und praktisch, vom ersten bis zum vierten Ausbildungsjahr und werden in den Bildungszentren der Handwerksorganisationen durchgeführt.
 

Ist die Teilnahme Pflicht und wer zahlt die Gebühren?
Verpflichtend sind alle Kurse, die die Vollversammlung der jeweiligen Handwerkskammer als obligatorisch definiert hat.
Etwa zwei Drittel der Lehrgangskosten übernehmen Bund und Land, ein Drittel tragen die Ausbildungsbetriebe im Bereich der Handwerkskammer Dortmund durch die Zahlung des Ausbildungsbeitrags, der in einem Umlageverfahren von jedem Betrieb erhoben wird.
 

Wer meldet die Auszubildenden an und wo findet die ÜLU statt?
Die Handwerksorganisationen laden die Auszubildenden zu den Pflichtkursen ein. Der Ausbildungsbetrieb erhält die Einladungen rechtzeitig; eine gesonderte Anmeldung der Lehrlinge ist nicht erforderlich.
Die Unterweisung findet in den Bildungszentren der Handwerksorganisationen statt. Bei Bedarf ist eine Internatsunterbringung möglich.

Haben Sie Fragen?
Bitte wenden Sie sich an Ihr Ausbildungsberater-Team.

"Was Sie davon haben ..." – ein Flyer mit weiteren Informationen zur Überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung für Auszubildende und Ausbilder steht zum Download bereit.

Weitere Informationen zur ÜLU finden Sie auch auf den Internetseiten des:

Berufsschule

Wer muss eine Berufsschule besuchen?
Auszubildende, die bei Beginn der Ausbildung noch nicht 21 Jahre alt sind, müssen die Berufsschule besuchen. Ältere Auszubildende sind zum Berufsschulbesuch berechtigt, aber nicht verpflichtet. Besuchen sie die Berufsschule nicht, ist der Ausbildungsbetrieb allerdings verpflichtet, ihnen die in der Berufsschule vermittelte Fachtheorie beizubringen und ausreichend Zeit zur Erarbeitung der theoretischen Kenntnisse einzuräumen.
 
Welche Schule ist zuständig?
Es gilt die freie Berufsschulwahl – der Betrieb entscheidet in Absprache mit dem Auszubildenden, welche Schule besucht werden soll. Jeder Ausbildungsbetrieb hat den Anspruch, dass seine Auszubildenden zur Erfüllung der Schulpflicht das zum Ausbildungsbetrieb nächstgelegene Berufskolleg besuchen, in dem eine entsprechende Fachklasse eingerichtet ist (Schulgesetz NRW § 46(4)).  Mit Einverständnis des Ausbildungsbetriebs können Auszubildende ein anderes, insbesondere wohnortnäheres Berufskolleg, an dem eine entsprechende Fachklasse eingerichtet ist, im Rahmen der Aufnahmekapazität besuchen.

Betrieb oder Berufsschule / Was hat Vorrang – Arbeit im Betrieb oder Besuch der Berufsschule?
Der Ausbildungsbetrieb ist verpflichtet, seinen schulpflichtigen Auszubildenden für den Berufsschulunterricht freizustellen und darf ihn während dieser Zeit nicht beschäftigen (§ 15 Berufsbildungsgesetz). Er hat grundsätzlich keinen Rechtsanspruch darauf, eine Beurlaubung seines Auszubildenden von der Berufsschule zu verlangen. Vor einem vor 9 Uhr beginnenden Unterricht darf er den Lehrling nicht im Ausbildungsbetrieb beschäftigen. Ein Verstoß gegen die Freistellungspflicht kann hohe Geldbußen und den Entzug der Ausbildungsberechtigung zur Folge haben.
 
Regelungen bei minderjährige Auszubildenden

Gibt es spezielle Regelungen für minderjährige Auszubildende?
Ja, der Gesetzgeber hat im Jugendarbeitsschutzgesetz für Jugendliche spezielle Regeln erlassen.
 

Wie wird die Berufsschulzeit auf die betriebliche Ausbildungszeit angerechnet?
a) Anrechnung bei Jugendlichen

  • Ein Berufsschultag pro Woche mit mehr als 5 Unterrichtsstunden à 45 min wird mit 8 Zeitstunden angerechnet - an diesem Tag darf der Jugendliche im Betrieb nicht mehr beschäftigt werden.
  • Ein zweiter Berufsschultag in der Woche wird mit der tatsächlichen Unterrichtszeit plus Pausen ohne Wegzeiten angerechnet.
  • Blockunterricht von planmäßig mindestens 25 Unterrichtsstunden à 45 min ist mit 40 Zeitstunden anzurechnen, d.h. in dieser Woche ist keine Beschäftigung im Betrieb mehr zulässig.

b) Anrechnung bei Erwachsenen
Für erwachsene Auszubildende fehlt eine gesetzliche Anrechnungsregelung. Das Bundesarbeitsgericht hat aber Anfang 2001 entschieden, wie die Anrechnung der Berufsschulzeit zu erfolgen hat:

  • Sofern sich der Berufsschulunterricht (inkl. Pausen und Wegezeiten zwischen Berufsschule und Betrieb) mit der betrieblichen Ausbildungszeit überschneidet, wird er auf die Ausbildungszeit angerechnet. Die Ausbildungszeit wird also insoweit durch den Berufsschulunterricht ersetzt.
  • Liegt der Berufsschulunterricht (inkl. Pausen- und Wegezeiten) dagegen außerhalb der betrieblichen Ausbildungszeit, wird er grundsätzlich nicht angerechnet.

Falls ein (allgemeinverbindlicher) Tarifvertrag günstigere Regelungen vorsieht, gelten diese.



Kai Thomaschewski

Kai Thomaschewski

Ausbildungsberater

Ardeystraße 93
44139 Dortmund
Tel. +49(231)5493-626
Fax +49(231)5493-95626
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Jörg Hamann

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Volker Rückert

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Martin Kulig

Martin Kulig

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Klaus Engelhardt

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