Handwerk steht weiterhin vor Herausforderungen bei der Nachwuchsgewinnung

Rückgang bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen  

Olesja Mouelhi-Ort, Geschäftsführerin, HWK Dortmund ©HWK Dortmund

Für das Jahr 2025 ist im Bezirk der Handwerkskammer (HWK) Dortmund ein leichter Rückgang der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zu verzeichnen. Mit 3.561 neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnissen entspricht dies einem Minus von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.                                                                                         

Leichter Rückgang bei den Ausbildungszahlen

Im Berichtsjahr 2025 wurden insgesamt 3.561 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Davon entfallen 3.392 auf betriebliche und 169 auf außerbetriebliche Ausbildungsverhältnisse. Beide Bereiche verzeichnen einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Trotz dieses Rückgangs zeigt sich der Ausbildungsmarkt insgesamt weiterhin stabil. Der Gesamtbestand an Ausbildungsverhältnissen ist sogar leicht gestiegen und liegt zum Stichtag 31.12.2025 bei 9.712 Auszubildenden (+0,9 %). 

Olesja Mouelhi-Ort, Geschäftsführerin, HWK Dortmund: „Die aktuellen Zahlen zeigen: Das Handwerk bleibt stabil, aber der Wettbewerb um Nachwuchs nimmt zu. Deshalb gehen wir 2026 strategisch den dezentralen Weg und haben unser Angebot gemeinsam mit den Kreishandwerkerschaften Dortmund Hagen Lünen, Hellweg-Lippe und Ruhr gezielt ausgebaut und vor Ort verankert – mit kürzeren Wegen, passgenauer Beratung und einem besseren Matching zwischen Betrieben und jungen Menschen.“

Die Entwicklung in den einzelnen Regionen fällt unterschiedlich aus. Während einige Gebiete stabile oder leicht steigende Zahlen verzeichnen, zeigen andere deutliche Rückgänge. Zuwächse gab es insbesondere im Kreis Unna (+6,4 %) sowie in Hamm (+1,4 %). Rückgänge wurden hingegen unter anderem in Dortmund (-5,6 %), Hagen (-6,6 %), Ennepe-Ruhr-Kreis (-7,6 %) und Kreis Soest (-7,6 %) festgestellt. Diese Entwicklungen spiegeln weiterhin die unterschiedlichen Bedarfe und Einstellungszyklen der Betriebe wider.

Unterschiedliche Entwicklungen in den Gewerken
Während das Bau- und Ausbaugewerbe einen leichten Zuwachs (+1,3 %) verzeichnet, zeigt sich insbesondere im Elektro- und Metallgewerbe ein deutlicher Rückgang (-5,5 %). Deutliche Einbrüche gab es zudem im Holzgewerbe (-18,0 %) sowie bei den glas-, papier- und keramischen Gewerken (-20,8 %). 

Demgegenüber stehen positive Entwicklungen etwa im Nahrungsmittelhandwerk (+17,4 %) sowie in einzelnen Berufen mit teils deutlichen Zuwächsen. 

Mehr Auszubildende mit ausländischer Staatsbürgerschaft
Der Anteil der Auszubildenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit ist erneut gestiegen. Im Jahr 2025 liegt dieser bei 18,5 Prozent (Vorjahr: 16,2 %). Insgesamt absolvieren 1.795 Auszubildende mit ausländischem Pass eine Ausbildung im Handwerk. Der Anteil weiblicher Auszubildender bleibt mit 14,8 Prozent nahezu konstant. 

Handwerk weiter auf Nachwuchs angewiesen
Trotz stabiler Gesamtzahlen bleibt die Nachwuchsgewinnung eine zentrale Herausforderung für das Handwerk. Die Handwerkskammer setzt daher weiterhin auf gezielte Maßnahmen zur Berufsorientierung und Unterstützung der Betriebe. Dazu zählen unter anderem Projekte zur passgenauen Besetzung von Ausbildungsplätzen sowie Informations- und Beratungsangebote für Jugendliche.

Auch Formate wie der Girls’ und Boys’ Day oder digitale Plattformen zur Lehrstellenvermittlung bleiben wichtige Instrumente, um den Zugang zur Ausbildung im Handwerk zu erleichtern.

Mehr Informationen: hwk-do.de/wege-in-die-ausbildung