24. November 2017 „Vieles ist in Bewegung“


(c) Markus Mielek

Zum Obermeistertag empfing Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dortmund, Ende November rund 140 Gäste. Darunter Spitzenvertretern von 133 Innungen und fünf Kreis-handwerkerschaften aus dem Dortmunder Kammerbezirk sowie zahlreiche Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Gastredner war Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. „Gerade jetzt, in diesen spannenden und anstrengenden, vor allem aber politisch prägenden Wochen ist es wichtig, dass wir als Handwerk zusammen stehen.“ Schwannecke betonte in seiner Rede die Wichtigkeit von Obermeistern als unverzichtbare Ehrenamtsträger in der Vertretung des deutschen Handwerks. „Ohne sie wäre die Handwerksorganisation nicht  das, was sie ist: Die vermutlich erfolgreichste Wirtschaftsvertretung Deutschlands“, so der ZDH-Generalsekretär.
 
Kammer-Präsident Schröder ging zunächst auf die neue Landesregierung und den Abschlussbericht der Enquete-Kommission zum Thema Zukunft von Handwerk und Mittelstand in NRW ein. Dieser habe bereits vieles in Bewegung gebracht. „Der Abschlussbericht, der Ende März vorgelegt wurde, enthält viele richtungsweisende Handlungsempfehlungen. Unsere Erwartungshaltung für die kommende Legislaturperiode des NRW-Landtags ist daher unter anderem die Umsetzung der Maßnahmen, die parteiübergreifend in der Enquete-Kommission vereinbart wurden“, so Schröder.
 
Darüber hinaus erwarte das Handwerk konkrete Maßnahmen zum Bürokratieabbau. Erste Schritte, so Schröder, seien bereits mit der Einbringung des ersten Entfesselungsgesetzes gemacht worden. „Wir begrüßen besonders die vorgesehenen Vereinfachungen von komplizierten Regelwerken. Dies kommt besonders Gründern zugute.“
 
Der Kammer-Präsident ging weiter auf das Thema Dieselfahrverbote ein, bei dem das Handwerk bereits eindeutig Position bezogen habe. Schröder: „Pauschale Fahrverbote lehnen wir ab. Denn das würde praktisch einem Berufsverbot gleichkommen. Das Handwerk ist fast gänzlich auf Dieselfahrzeuge angewiesen. Betroffen wären außerdem auch Berufspendler, Kunden sowie der Lieferverkehr.“ Sollten Fahrverbote jedoch tatsächlich umgesetzt werden, brauche man einschlägige Ausnahmeregelungen. Diesbezüglich habe die Bezirksregierung Arnsberg bereits ihre Unterstützung zugesagt.
 
Ein weiteres wichtiges Thema im Handwerk ist und bleibe die Digitalisierung, so Schröder. Man habe die Aktivitäten der Kammer zu diesem Thema im vergangenen Jahr weiter verstärkt. „Unseren Mitgliedern steht jetzt ein spezialisiertes Beraterteam zur Verfügung, das zu verschiedenen Aspekten der Digitalisierung informiert. Angefangen beim Online-Marketing über digitale Geschäftsmodelle bis hin zu technischen Innovationen wird alles abgedeckt.“
 
Der Kammer-Präsident würdigte zum Schluss das vermehrte Ausbildungsengagement der Unternehmer. Im Besonderen bei der Ausbildung von Flüchtlingen. „Ende September haben wir kammerbezirksweit 130 neu abgeschlossene Lehrverträge mit Asylsuchenden verzeichnet.“ Das sei beachtlich. Er appellierte an die Obermeister, sich weiterhin so aktiv an der Nachwuchsgewinnung zu beteiligen. Nur so könne man dem Fachkräftemangel nachhaltig entgegenwirken.