23. Februar 2019 „Handwerk ist für Ausbildung und Beschäftigung unersetzlich“


(c) Peter Leßmann

„Sie haben alles richtig gemacht. Sie haben sich für die Meisterausbildung entschieden und sind jetzt ausgewiesene Experten Ihres Gewerks. Mit diesem hervorragenden Abschluss haben Sie die besten Aussichten für Ihre Karriere. Besonders jetzt, wo die Konjunktur im Handwerk Rekordwerte erreicht hat.“ Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dortmund, richtete heute seine Glückwünsche an 457 JunghandwerkerInnen bei der HWK-Meisterfeier im Konzerthaus Dortmund.
 
90 Frauen und 367 Männer aus ganz Deutschland haben vergangenes Jahr ihre Meisterprüfung erfolgreich bei der HWK Dortmund abgelegt. Dafür wurden sie von ihren Familien und Freunden gebührend gefeiert.
 
Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart gehörte zu den ersten Gratulanten: „Ich gratuliere allen Meisterinnen und Meistern zu diesen tollen Leistungen. Das Handwerk ist für Ausbildung und Beschäftigung unersetzlich und erwirtschaftet einen großen Teil unseres Wohlstands. Als Landesregierung haben wir viele Maßnahmen für eine zukunftsgewandte und wirkungsstarke Handwerksförderung auf den Weg gebracht. Ziel ist vor allem, die Digitalisierung der Branche voranzutreiben und die Betriebe bei der digitalen Transformation zu unterstützen.“
 
In seiner Begrüßung appellierte HWK-Präsident Berthold Schröder an die JungmeisterInnen, berufliche Verantwortung zu übernehmen, etwa durch die Gründung oder die Übernahme eines Unternehmens, um damit Arbeitsplätze zu sichern. „Fast jedes vierte Handwerksunternehmen im Kammerbezirk steht innerhalb der nächsten fünf Jahre zur Übergabe an. Hier bietet sich Ihnen eine großartige Chance auf dem Weg in die eigene Selbstständigkeit“, so Schröder. Nie sei es wichtiger gewesen, Jugendliche für den eigenen Beruf zu begeistern.
 
Wie wichtig die Meisterqualifikation sei, so Schröder, hätten die Folgen der Novellierung der Handwerksordnung im Jahr 2004 schmerzlich gezeigt. „In 53 Gewerken wurde damals die Meisterpflicht abgeschafft. Verschiedene Studien  haben jetzt belegt, was wir im Handwerk schon längst schmerzhaft zu spüren bekommen haben: Die Ausbildung ist in diesen Gewerken dramatisch eingebrochen!“ Das Handwerk setze sich, auch aus diesem Grund, seit Jahren für einen Erhalt und eine Stärkung der Meisterausbildung ein. Man begrüße daher sehr, dass mittlerweile auf Bundesebene geprüft werde, ob in einigen Gewerken die Rückkehr zum Meister möglich sei.

Schröder ermutigte die MeisterInnen ausdrücklich, anderen jungen Leuten eine qualifizierte Ausbildung zu ermöglichen. Denn, so der Kammer-Präsident, damit werde nachhaltig die Zukunft des Handwerks gesichert, das von der Qualitätsarbeit gut ausgebildeter Fachkräfte lebe.
 
Zum Schluss hob der HWK-Präsident die große Bedeutung des Ehrenamts für die wirtschaftliche Selbstverwaltung des Handwerks hervor. „Die Handwerksorganisation und mit ihr das Berufsbildungssystem steht und fällt damit. Es sind ehrenamtliche Handwerker, die in den Gremien der Kammern, Kreishandwerkerschaften und Innungen die Richtlinien bestimmen.“ Im Kammerbezirk Dortmund seien es aktuell über 3.000. Das Ehrenamt biete die einmalige Gelegenheit, selbst Einfluss zu nehmen und aktiv die Ausrichtung der eigenen Branche mitzubestimmen. Schröder: „Sie selbst haben die Möglichkeit, etwas zu verändern. Machen Sie Gebrauch davon!“

 

Die Bestmeisterinnen und Bestmeister des Jahrgangs 2018
 

Fotogalerie – Impressionen der Meisterfeier 2019