22. April 2016 Über ein halbes Jahrhundert Engagement im Handwerk


„Sie haben das Handwerk über Jahre nach vorne getragen und im großen Umfang ausgebildet. Darum ist es mir ein persönliches Anliegen, Ihnen heute meine Wertschätzung entgegenzubringen.“ Mit diesen Worten begrüßte Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dortmund, 27 Handwerksmeister, die mit dem Goldenen oder Diamantenen Meisterbrief ausgezeichnet wurden. Die Feierstunde fand in dieser Form zum ersten Mal bei der HWK Dortmund statt. Zu den Gratulanten gehörten neben der HWK-Geschäftsführung und dem Präsidium auch Vertreter der fünf Kreishandwerkerschaften aus dem Kammerbezirk.
 
Der Kammer-Präsident blickte in seiner Rede zunächst auf die Zeit zwischen 1950 und 1966 zurück, in der die Ehrenträger ihre Meisterprüfungen in unterschiedlichen Gewerken abgelegt hatten. „Vieles, was uns heute noch beschäftigt, wurden damals in Gang gebracht.“ Die Erfindung des ersten Computers sei eine dieser tiefgreifenden Entwicklungen. „Die Digitalisierung stellt das Handwerk heute vor neue Herausforderungen.“ Diese beträfen nicht nur den Produktionsprozess. „Auch die Schnittstelle zum Kunden hat sich seit der Zeit, in der Sie Ihren Meister gemacht haben, stark verändert.“ Die HWK Dortmund habe bereits auf diese Entwicklungen reagiert und unterstütze ihre Mitgliedsunternehmen. So habe man einen zusätzlichen IT-Berater eingestellt.
 
Schröder benannte im Folgenden weitere Ereignisse, die das Handwerk in der Vergangenheit maßgeblich geprägt haben. So erinnerte er an die Handwerksnovelle von 2004, bei der die Meisterpflicht in 53 Gewerken abgeschafft wurde. „Das hat dem Handwerk und der Ausbildungsleistung unseres Wirtschaftsbereichs sehr geschadet“. Darum setze sich das Handwerk auch im europäischen Kontext weiter dafür ein, dass die Meisterpflicht in den bestehenden zulassungspflichtigen Gewerken erhalten bleibe.
 
Besonders würdigte der Kammer-Präsident die ehrenamtliche Tätigkeit der Jubilare. Viele hätten sich nicht nur im Handwerk, sondern auch in verschiedenen gesellschaftlichen und sozialen Bereichen über das normale Maß hinaus engagiert. „Das zeigt, dass Ihre Meisterausbildung Sie nicht nur fachlich, sondern auch persönlich weitergebracht hat. Und ich finde, das ist eine Anerkennung wert!“