20. Mai 2016 Schröder: „Wir müssen am Puls der Zeit bleiben.“


Der Jahresempfang der Handwerkskammer (HWK) Dortmund stand ganz im Zeichen von Handwerk 4.0. Kammer-Präsident Berthold Schröder empfing Mitte Mai zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Zum Auftakt stellte er einen eigens produzierten Kurzfilm zur Digitalisierung vor. Das Sujet des Siebenminüters waren die Herausforderungen und Chancen der neuen Technologien in der Praxis. Handwerksunternehmer aus verschiedenen Gewerken gaben einen Einblick in den Betriebsalltag und berichteten über ihre Erfahrungen mit der digitalen Aufrüstung des Unternehmens. Zu den Protagonisten gehörten Journalist und Blogger Sascha Lobo, Christoph Determann von der Firma Naturstein Determann und Heinz Hasenkamp von der Hasenkamp GmbH. Parallel dazu bezogen auch die Hochschul-professoren Prof. Dr. Jürgen Bock und Prof. Dr. Heiko Kopf Stellung.  
 
Der Kammer-Präsident betonte beim Jahresempfang: „Die Forschung schreitet schnell voran, daher müssen wir versuchen, immer am Puls der Zeit zu bleiben. Sonst laufen wir Gefahr, den Anschluss zu verpassen.“ Dafür werde in vielen Bereichen ein Umdenken vonnöten sein. Das betreffe den Fertigungsprozess ebenso wie den Kontakt zum Kunden oder die Vertriebswege.
 
Schröder zeigte jedoch auch die Chancen der Digitalisierung auf: „Für Handwerker ergeben sich gerade im Segment der Individualisierung vielfältige Möglichkeiten. Maßarbeit ist wieder gefragt, sei es bei Schuhen, Bekleidung oder Möbelstücken. Wer hier aus der Masse hervorsticht und die technischen Möglichkeiten gekonnt nutzt, hat gute Chancen am Markt.“
Auch die Erreichbarkeit über das Internet sei ein wichtiger Faktor für die Kundenakquise, so der Kammer-Präsident. „Mittlerweile gibt es spezielle Onlinemarktplätze für Handwerker. Dort können Meister und Gesellen ihre Produkte im Internet präsentieren und verkaufen.“ Solche Plattformen böten sich besonders für Handwerker an, die keine Zeit für einen eigenen Onlineshop hätten.
 
Schröder betonte, dass die HWK Dortmund ihre Mitglieder dazu mit einem breiten Spektrum an Informationsveranstaltungen unterstütze. Das Dienstleistungsangebot werde seit Anfang Mai zusätzlich durch einen speziellen IT-Berater ergänzt. Dieser stehe als Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Themen Digitalisierung, Internet und Informatik zur Verfügung. Aber auch mit Veranstaltungen wie dem Jahresempfang wolle die Kammer Unternehmern eine Plattform bieten, in den persönlichen Dialog mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik zu treten.     
 
Mit Blick auf die aktuelle Konjunktur sagte Schröder, dass sich das heimische Handwerk nach wie vor in einem Stimmungshoch befinde. „87 Prozent der befragten Unternehmen sind mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. 92 Prozent rechnen sogar mit einer positiven Entwicklung in den kommenden Monaten.“ Besonders gut gehe es dem Bauhauptgewerbe. Dank der anhaltenden Nachfrage nach Bauleistungen seien hier 88 Prozent der Unternehmer mit ihrer wirtschaftlichen Situation zufrieden. Noch besser sehe es im Ausbaugewerbe mit 92 Prozent aus.
 
Der Kammer-Präsident ging des Weiteren auf die beiden Flüchtlingsprojekte der HWK ein. „Anfang 2015 brachten wir 20 junge Flüchtlinge erfolgreich in eine Ausbildung. Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht, weshalb wir Anfang März ein weiteres Flüchtlingsprojekt gestartet haben.“ Durch das Anschlussprojekt wolle man bis zu 100 jungen Menschen zu einem Ausbildungsplatz verhelfen. Aktuell seien 91 Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern im Projekt – darunter Syrien, Eritrea oder Afghanistan.