02. Mai 2016 Konjunktur: Top-Umfragewerte zeigen Leistungsstärke


Das mittlerweile fünf Jahre dauernde Konjunkturhoch im Handwerk hält weiter an. Laut Frühjahrs-Umfrage der Handwerkskammer (HWK) Dortmund sind 87 Prozent der befragten Unternehmen mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden (Frühjahr 2015: 86 Prozent). Und: Wie vor einem Jahr rechnen 92 Prozent der Betriebe mit einer weiterhin positiven Entwicklung ihrer Geschäftslage.
 
„Wieder einmal zeigen die Umfragewerte, wie leistungsstark und robust die Handwerksbetriebe sind“, sagt Präsident Berthold Schröder. Vor allem die Nachfrage nach Bauleistungen präge das anhaltend gute  Konjunkturklima. Saisonale Einbrüche habe es in den zurückliegenden Wintermonaten praktisch nicht gegeben, merkt er an. 88 Prozent der Unternehmen im  Bauhauptgewerbe seien mit ihrer wirtschaftlichen Situation zufrieden; 95 Prozent glauben, dass ihre Geschäftslage bis zum Herbst gleich bleiben oder auch sich verbessern werde (Frühjahr 2015: 94 Prozent). Noch besser sehe es im Ausbaugewerbe aus. „Dank zahlreicher Umbauten, Renovierungen und Modernisierungen im Bestand sind 92 Prozent der Betriebe mit ihrer derzeitigen Situation zufrieden (Frühjahr 2015: 92 Prozent). Und sogar 94 Prozent rechnen mit einer weiterhin  positiven Entwicklung (Frühjahr 2015: 93 Prozent)“, berichtet Schröder.      
 
Als weiteres Beispiel nennt der Kammer-Präsident die Handwerke für den Gewerblichen Bedarf, zu denen etwa Metallbauer, Elektromaschinenbauer oder auch Gebäudereiniger zählen. Hier habe sich die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage im Vergleich zum Frühjahr 2015 um vier Punkte auf nun 80 Prozent verbessert. Ähnlich gut sehe es auch im KFZ-Gewerbe mit einem Wert von 81 Prozent aus; vor einem Jahr waren 82 Prozent der Betriebe zufrieden mit ihrer Geschäftslage. Die weiterhin gute Lage im Nahrungsmittelsektor führt Schröder auf die anhaltend starke Nachfrage von Verbraucherseite zurück. 88 Prozent der Unternehmen seien zufrieden (Frühjahr 2015: 90 Prozent). „Die positive Arbeitsmarktentwicklung sowie niedrige Zinsen und geringe Inflationsrate wirken sich klar auf die Kaufkraft aus.“
 
Während sich die Lage im Gesundheitsgewerbe auf gutem Niveau stabilisiert habe – aktuell sind 84 Prozent der Unternehmen zufrieden, im Frühjahr 2015 waren es 81 Prozent – hinke die Entwicklung bei den Personenbezogenen Dienstleistungen etwas hinterher. Zwar habe es, wie Schröder anmerkt, auch hier eine Verbesserung auf 79 Prozent (Frühjahr 2015: 76 Prozent) gegeben, doch bleibe sie weiterhin unterhalb der Achtziger-Marke. „Vor allem die Friseure, die in dieser Branche die größte Gruppe bilden, leiden unter der hohen Wettbewerbsdichte, dem Mindestlohn und einem wachsenden Mangel an Fachkräften.“   
 
Schröder abschließend: „Viel besser geht es eigentlich nicht. Doch damit das so bleibt, muss der Rahmen stimmen. Dazu gehört nach meinem Verständnis derzeit unbedingt die faire Ausgestaltung des Mängelgewährleistungsrechts und eine Erbschaftssteuerreform, die Betriebsnachfolgen nicht zusätzlich verkompliziert.“
 
Die Konjunkturindikatoren im Überblick
 
Beschäftigte: 15 Prozent der Betriebe haben Personal eingestellt, bei 68 Prozent blieb die Mitarbeiterzahl stabil. Bis zum Herbst rechnen 92 Prozent mit einer guten Entwicklung (Frühjahr 2015: 93 Prozent).
 
Investitionen: 80 Prozent der Betriebe haben im gleichen Umfang oder auch mehr investiert (Frühjahr 2015: 81 Prozent). Für die kommenden Monate signalisieren dies ebenso viele.
 
Aufträge: 73 Prozent registrierten steigende oder gleich bleibende Auftragseingänge (Frühjahr 2015: 76 Prozent). 87 Prozent erwarten eine Stabilisierung bzw. Verbesserung (Frühjahr 2015: 90 Prozent).
 
Preise: Höhere Preise konnten 21 Prozent durchsetzen (Frühjahr 2015: 25 Prozent). Bei 67 Prozent sind sie gleich geblieben. 20 Prozent hoffen, steigende Kosten durch höhere Preise zu kompensieren (Frühjahr 2015: 17 Prozent).
 
Umsatz: Wie vor einem Jahr gab es bei  75 Prozent der Unternehmen stabile oder steigende Umsätze. Auf eine weiterhin positive Entwicklung hoffen 87 Prozent (Frühjahr 2015: 88 Prozent).
 
Die präsentierten Ergebnisse basieren auf einer halbjährlich von der HWK Dortmund durchgeführten Konjunkturumfrage, bei der rund 4000 repräsentativ ausgewählte Unternehmen aus dem Kammerbezirk befragt werden. Darin werden die Betriebe um Auskunft hinsichtlich Geschäftslage, Beschäftigtenentwicklung, Auftragslage, Verkaufspreise und Investitionen gebeten. Die auf den folgenden Seiten vorgestellten Resultate der Umfrage Frühjahr 2016 ergeben sich aus einem Rücklauf von insgesamt 712 Antworten (17,8 Prozent der befragten Betriebe).
Der gesamte Konjunkturbericht ist hier zu finden.