27. Februar 2015 „Sie sind unsere wichtigsten Leistungsträger“


HWK-Präsident gratuliert frischgebackenen Handwerksmeistern

Am heutigen Samstag erhielten 463 Jungmeisterinnen und Jungmeister aus ganz Deutschland ihre Meisterbriefe im Konzerthaus Dortmund. Viele Repräsentanten aus Handwerk, Politik und Wirtschaft ließen es sich nicht nehmen, an der Feier persönlich teilzunehmen.

Als Festredner gratulierte Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes NRW, den frischgebackenen Meistern persönlich. „Ich befinde mich hier auf einer Leitveranstaltung zur Lösung des Fachkräftemangels. Das Handwerk engagiert sich besonders stark für die Ausbildung des Fachkräfte-nachwuchses. Grundlage dafür ist die große Identifikation mit dem Meisterabschluss, dessen Bedeutung wir gar nicht zu hoch einschätzen können.“
 
Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dortmund, freute sich mit den Jungmeisterinnen und Jungmeistern: „Sie sind unsere wichtigsten Leistungsträger. Hier in Deutschland wie auch auf internationalem Parkett liefern sie erstklassige Qualitätsarbeit, weil sie genau das gelernt haben. Sie überzeugen gleichermaßen als Fachleute, Unternehmer und  Ausbilder und tragen ganz konkret zu Wachstum und Wohlstand bei.“

Die mit 8 Prozent niedrige Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland sei vor allem auch ihr Verdienst. Die Meisterqualifikation bleibe ein Qualitätsgarant und wichtiger Bildungsanker. Schröder ermunterte die frischgebackenen Handwerksmeister zudem zur Selbstständigkeit. „Entwickeln Sie Geschäftsideen, gründen oder übernehmen Sie einen Betrieb, und seien Sie Ihr eigener Chef! Ich versichere Ihnen, es ist spannend und lohnend zugleich.“ So warb der HWK-Präsident dafür, das Gespräch mit Schülern und Lehrern zu suchen, Handwerksberufe vorzustellen und Praktika anzubieten. „Das ist ein guter Weg, um junge Leute kennenzulernen und für eine Ausbildung zu gewinnen. Die HWK Dortmund steht Ihnen als erster Dienstleister für Bildung, Beratung und Betreuung dabei gern zur Seite.“   

Die derzeit größte Herausforderung für Handwerk und Mittelstand, Schröder weiter, sei die Fachkräftesicherung. „Bis 2020 gibt es in Deutschland laut neuesten Berechnungen voraussichtlich 2 bis 3 Millionen Arbeitnehmer weniger. Zu spüren ist dieser Rückgang ja schon jetzt: 20.000 Lehrstellen blieben allein im letzten Jahr bundesweit unbesetzt.“ Die HWK Dortmund steuere jedoch kräftig gegen. So gäbe es beispielsweise umfangreiche Vermittlungen zwischen Bewerbern und Betrieben, individuelle Beratungen und die bundesweite Imagekampagne, mit denen man die Fachkräfte von morgen erreichen wolle. „Und doch drängen bei ohnehin schon sinkenden Schülerzahlen immer mehr junge Leute in die Gymnasien und an die Hochschulen“, sagte der Präsident. Ein wesentlicher Grund für diesen Akademisierungstrend sei wohl die mangelhafte Anerkennung handwerklicher Arbeit und Bildung in der Gesellschaft. Die Frage, ob jedoch das Gestalten in der Welt der Dinge wirklich weniger wertvoll sei als das Gestalten von Theorien und Gedankengebäuden, konnte Schröder für sich mit einem klaren Nein beantworten. „Unsere Gesellschaft braucht beide Talente. Deshalb ist es wichtig, dass auch beiden Seiten mit der gleichen Wertschätzung begegnet wird.“

Der HWK-Präsident betonte, dass ein starkes Handwerk der Wirtschaft kraft und Stabilität gebe und vielen jungen Leuten eine gute berufliche Bildung und Karriere-Perspektive biete. „Bei uns zählt nicht, wo man herkommt. Sondern, wo man hin will. Die vielen Flüchtlinge, die aus Syrien, dem Irak oder auch anderen Krisengebieten her kommen und hier Asyl suchen, zählen wir unbedingt dazu. Solange sie hier sind, brauchen sie unsere Hilfe.“ Deshalb vermittele die HWK Dortmund zurzeit zehn junge Flüchtlinge in eine Ausbildung. Schröder: „Wir wollen Brücken bauen – für  Integration und individuelle Entwicklungshilfe.  Genau deshalb finanzieren wir das Projekt auch komplett aus Eigenmitteln. Mit Geldern aus dem Walter-Derwald-Sozialfonds der Handwerkskammer.“

Jeder, der den Wohlstand in diesem Land mit seiner Arbeit bereichern möchte, solle sich hier gebraucht fühlen. „Das ist unser handwerkliches Verständnis von guter Willkommenskultur.“