15. Juni 2015 Schröder: Handwerk kennt sich mit Integration durch Arbeit aus


Zahlreiche Gäste beim Jahresempfang der HWK Dortmund

Die Flüchtlingsinitiative und die aktuelle Situation im Kammerbezirk: Diese beiden Themen stellte Präsident Berthold Schröder in den Mittelpunkt seiner Rede beim Jahresempfang der Handwerkskammer (HWK) Dortmund. Am Donnerstagabend empfing er zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung im Vortragssaal der HWK Dortmund an der Ardeystraße.

Zunächst skizzierte der Kammerpräsident den Verlauf der HWK-Flüchtlingsinitiative, die Anfang des Jahres gestartet worden war. Nach intensiver Recruiting-Phase habe man 20 junge Leute in das Projekt aufgenommen. Schröder: „19 Unternehmer aus dem Kammerbezirk haben schon ihre Bereitschaft zum Mitmachen signalisiert. Dazu gehören beispielsweise ein großes Autohaus, eine Bootswerft,  Friseure und ein Gebäudeservice.“ Natürlich werde auch die Handwerkskammer Dortmund zwei Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen, für angehende Bürokaufleute. Derzeit würden die Teilnehmer intensiv in Deutsch und Mathematik geschult, um gut auf den Ausbildungsbeginn im August vorbereitet zu sein.

Schröder betonte, mit erfolgreicher Integration durch Arbeit kenne sich das Handwerk gut aus. Bundesweit sei jeder fünfte Mitarbeiter im Handwerk ausländischer Herkunft. Bei den Auszubildenden liege der Wert bei sieben Prozent, im Kammerbezirk sogar bei fast neun. Das sei deutlich mehr als in anderen Wirtschaftsbereichen.

Von der Politik forderte der Präsident, den Rahmen für das Gelingen eines solchen Projekts richtig abzustecken. Dazu gehörten neben einer deutlichen Beschleunigung der Bearbeitungsdauer von Asylanträgen keine Abschiebung von Flüchtlingen während der betrieblichen Erstausbildung, Zugang für alle zu Integrationskursen, die Förderung des Spracherwerbs und aller relevanten Angebote zur Berufsorientierung und -begleitung sowie klare Ermessensspielräume der kommunalen Ausländerbehörden, damit Flüchtlinge ortsunabhängig eine Ausbildung aufnehmen könnten.

 
Mit Blick auf die aktuelle Konjunktur im Handwerk sagte Schröder: „Die Unternehmer im Kammerbezirk blicken mit großem Optimismus nach vorne.“ So hätten 86 Prozent der Befragten ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder zufriedenstellend bezeichnet. 92 Prozent der Unternehmer rechneten bis zum Herbst mit einer positiven Entwicklung ihrer geschäftlichen Situation. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass man aktuell ein Plus von 5,5 Prozent bei den neu abgeschlossenen Lehrverträgen verzeichne. „Das wird sich in den nächsten Monaten noch etwas austarieren, aber wir rechnen bis zum Jahresende mit einem guten Ergebnis.“

Neben Fachkräftesicherung und Nachwuchsgewinnung werde Handwerk 4.0 ein Leitthema für die kommenden Jahre sein. Denn: Die digitale Prozessoptimierung betreffe alle Gewerke. Man werde diese weit reichende Veränderung von Kammerseite intensiv begleiten. Mit Infoveranstaltungen zu neuesten Entwicklungen, mit zahlreichen Bildungsangeboten und Beratungen, und auch mit vielfältigen Anregungen für Verbesserungen und Innovationen in den Betrieben. Hier geht es zurFotogalerie