27. Mai 2015 Pfarrer schauten koscherem Bäcker über die Schulter


Evangelischer Kirchenkreis zu Besuch im Schürener Backparadies

„Sie sind nicht nur herzlich willkommen, Sie kriegen auch ein Herzchen.“ Mit diesen Worten und einem Stück Waffel in Herzform wurden die rund 15 Pfarrerinnen und Pfarrer des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund im Schürener Backparadies begrüßt. Die Bäckerei war Schauplatz der Aktion „Kirche und Handwerk“. Eingeladen hatten der Evangelische Kirchenkreis und das Referat Gesellschaftliche Verantwortung und die Handwerkskammer (HWK) Dortmund.

„Die Pfarrer wollen sehen, wie es der Stadt geht“, sagte Pfarrer Friedrich Stiller, Organisator der Aktion. „Sie interessieren sich für die Menschen ebenso wie für die wirtschaftliche Lage lokaler Betriebe.“ Das Schürener Backparadies sei in doppelter Hinsicht interessant. Auf der einen Seite zeichne sich der Betrieb durch die multikulturelle Vielfalt seiner Mitarbeiter aus – unter den 32 Beschäftigten finden sich 13 unterschiedliche Nationalitäten. Auf der anderen Seite biete die Bäckerei neben ihrem üblichen Sortiment auch koschere Backwaren an. Ein Privileg und eine große Herausforderung.

Inhaber Tim Kortüm: „Das mit den koscheren Backwaren ist gar nicht so einfach, wie man zuerst glaubt.“ Es reiche nämlich nicht aus, mit den richtigen Lebensmitteln zu arbeiten, erklärte der junge Bäckermeister, der den Familienbetrieb in der zweiten Generation führt. „Ein Rabbiner kommt zusätzlich regelmäßig, um den Ofen zu befeuern, in dem das koschere Gebäck hergestellt wird. Sonst wäre es nämlich nicht koscher.“

HWK-Hauptabteilungsleiterin Olesja Mouelhi-Ort berichtete in ihrem Vortrag über das Leistungsspektrum der HWK Dortmund und verwies auf die Herausforderungen, vor denen das lokale Handwerk derzeit stehe. Mouelhi-Ort: „Nachwuchsgewinnung wird immer wichtiger für unsere Betriebe. Migranten und Flüchtlinge stehen dabei besonders im Fokus. Viele von ihnen erweisen sich als zuverlässige und gute Mitarbeiter, wie man am Beispiel des Schürener Backparadieses sieht.“

Im Anschluss hatten die evangelischen Theologen Gelegenheit, selbst einen Blick in die Backstube zu werfen und weitere Fragen zu stellen, was auch rege in Anspruch genommen wurde.