08. Oktober 2015 Handwerkskonjunktur weiter stabil


Präsentation der Umfrage für den Herbst 2015

Dem Handwerk geht es weiterhin gut. Das zeigt die aktuelle Umfrage der Handwerkskammer (HWK) Dortmund. „87 Prozent der befragten Unternehmen sind mit ihrer Geschäftslage zufrieden. 90 Prozent rechnen für die nächsten Monate mit einer positiven Entwicklung ihrer Geschäftslage“, sagt HWK-Präsident Berthold Schröder. Der kalten Jahreszeit sehe man im Handwerk zuversichtlich entgegen.

Der Aufwärtstrend werde vor allem durch das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe getragen. Wie im Vorjahr sind 92 Prozent der Betriebe mit ihrer wirtschaftlichen Situation zufrieden. Ebenso viele glauben, dass ihre Geschäftslage gleich bleiben oder sich sogar verbessern wird. Schröder: „Gute Rahmenbedingungen sind dafür weiterhin niedrige Zinssätze und eine gute Arbeitsmarktentwicklung. Hinzu kommt ein verstärkter Zuzug aus ländlichen Regionen in den urbanen Raum sowie die Zuwanderung aus dem Ausland und die derzeitige Flüchtlingssituation, die Baumaßnahmen erforderlich machen.“
 
Deutlichen Zuwachs erfahren die Handwerke für den gewerblichen Bedarf. „Leicht steigende Exportquoten geprägt durch die Nachfrage aus EU-Staaten und europäischen nicht-EU-Staaten sind für den Aufschwung mitverantwortlich“, so Schröder. Derzeit sind 86 Prozent der Unternehmen mit ihrer Situation zufrieden, das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Kfz-Gewerbe stagnieren die Ergebnisse zur aktuellen Geschäftslage auf Vorjahresniveau. Private Kaufkraftzuwächse sowie die leicht steigende gewerbliche Investitionsneigung würden, so der Kammer-Präsident, jedoch Hoffnung auf gute Geschäfte in den kommenden Monaten machen.

Bei den Unternehmen der Personenbezogenen Dienstleistungen hat sich die Geschäftslage verschlechtert. „Und das trotz der steigenden Konsumneigung der privaten Verbraucher“, so Schröder. 72 Prozent berichten von einer guten oder befriedigenden Entwicklung. Im Vorjahr waren es acht Prozent mehr. „Die hohe Wettbewerbsdichte ist an dieser Entwicklung nicht ganz unbeteiligt.“  

Im Gesundheitsgewerbe habe sich die wirtschaftliche Situation dahingegen weiter verbessert. 88 Prozent der Unternehmen seien mittlerweile mit ihrer Situation zufrieden, so der Kammer-Präsident. „Besonders erfreulich ist es, dass 100 Prozent der befragten Unternehmen aus dieser Branche zuversichtlich nach vorn schauen.“

Auch dem handwerklichen Nahrungsmittelsektor geht es gut. 83 Prozent sind mit ihrer Lage zufrieden. Grund dafür sei vor allem der Wunsch nach Qualität unter den Verbrauchern, betont Schröder. „Das gesell-schaftliche Bewusstsein für Ernährung und die Herkunft von Produkten hat sich gewandelt. Qualität spielt bei der Kaufentscheidung eine immer größere Rolle. Und die wird vom Handwerk geboten.“
 

Die Konjunkturindikatoren im Überblick


Beschäftigte: 22 Prozent der Betriebe haben in den vergangenen Monaten Personal eingestellt, bei 62 Prozent blieb die Mitarbeiterzahl stabil. Bis zum Frühjahr rechnen 91 Prozent mit einer guten Entwicklung (Herbst 2014: 89 Prozent).

Investitionen: 80 Prozent der Betriebe haben im gleichen Umfang oder auch mehr investiert (Herbst 2014: 79 Prozent). Für die kommenden Monate signalisieren dies wie schon vor einem Jahr 80 Prozent der Unternehmen.

Aufträge: 79 Prozent der Unternehmen registrierten steigende oder gleich bleibende Auftragseingänge (Herbst 2014: 74 Prozent). 84 Prozent erwarten eine Stabilisierung bzw. Verbesserung (Herbst 2014: 82 Prozent).

Preise: Höhere Preise konnten 19 Prozent durchsetzen (Herbst 2014: 18 Prozent). Bei 70 Prozent sind sie gleich geblieben. Bis zum Frühjahr hoffen 14 Prozent der Betriebe, steigende Produktionskosten durch höhere Preise kompensieren zu können (Herbst 2014: 17 Prozent).

Umsatz: 78 Prozent der Unternehmen registrierten im vorigen Halbjahr stabile  oder steigende Umsätze (Herbst 2014: 74 Prozent). Auf eine weiterhin positive Entwicklung hoffen 85 Prozent der Unternehmen (Herbst 2014: 84 Prozent).