09. Juli 2015 Flüchtlinge: HWK-Initiative will Perspektiven schaffen


Neuer Gesetzesentwurf legt Grundstein für mehr Rechtssicherheit

Die Flüchtlingsinitiative der Handwerkskammer (HWK) Dortmund ermöglicht jungen Flüchtlingen eine fundierte Ausbildung im Handwerk und damit die Chance auf eine berufliche Zukunft in Deutschland. Eine Reform des Bleiberechts schafft  jetzt noch günstigere Bedingungen für das Projekt. Denn ab sofort können die nordrhein-westfälischen Ausländerbehörden jungen Flüchtlingen, die einen Ausbildungsplatz gefunden haben, eine Duldung aussprechen. Dies teilte das Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes NRW Ende Juni mit.

„Wir begrüßen die neue Regelung sehr. So können wir zukünftig auch den Jugendlichen eine Chance geben, die noch einen unsicheren Aufenthaltsstatus haben“, sagt Olesja Mouelhi-Ort, HWK-Hauptabteilungsleiterin und Verantwortliche für die Flüchtlingsinitiative der HWK Dortmund.

Das Projekt, das Anfang des Jahres gestartet war, wird für das Jahr 2015 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vollfinanziert. Es soll helfen, den Flüchtlingen aus den aktuellen Krisenregionen eine berufliche und persönliche Perspektive zu bieten. Damit wird gleichzeitig  die Voraussetzung geschaffen,  dass Flüchtlinge  sich später auch in ihren Heimatländern am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wiederaufbau beteiligen können. Die Aus- und Weiterbildung erfolgt deshalb vor allem in Gewerken, die dafür besonders relevant sein werden.

Seit Anfang Juli werden die 20 Teilnehmer der Initiative nun auch intensiv in Mathematik geschult, nachdem sie bereits Deutschkurse und ein interkulturelles Coaching erfolgreich absolvieren konnten. Einige haben aus eigener Initiative sogar einen deutschen Schulabschluss nachgeholt. Mouelhi-Ort: „Die Lehrer sind alle begeistert vom Einsatz und der Motivation der jungen Menschen.“

Sechs der Flüchtlinge überzeugten bereits mit ihren Fähigkeiten beim Vorstellungsgespräch und einem anschließenden Probearbeiten. Sie werden ab August in eine Ausbildung starten. Zwei weitere Teilnehmer beginnen zur selben Zeit eine Ausbildung zum Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement bei der HWK Dortmund. In der Zwischenzeit laufen die Bewerbungsgespräche der anderen Flüchtlinge auf Hochtouren. Viele von ihnen absolvieren derzeit ein Praktikum in verschiedenen Betrieben im Kammerbezirk.
 
Unternehmen, die das Projekt unterstützen und einen Ausbildungsplatz zur Verfügung stellen möchten, können sich weiterhin bei der HWK-Betriebsberatung melden


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