19. März 2015 Chance für die Integration auf dem Arbeitsmarkt


HWK bietet erstmals Teilqualifizierung für über 25-Jährige an

Das Pilotprojekt  „Teilqualifizierung zum Metallbauer“ ist am Donnerstag, 19. März, im Bildungszentrum Ardeystraße (BZA) der Handwerkskammer (HWK) Dortmund gestartet. 18 Teilnehmer werden dabei in den kommenden sechs Monaten wichtige Grundlagen im Metallbau lernen, die sie anschließend in der beruflichen Praxis einsetzen sollen. „Die Qualifikationsmaßnahme, die in Kooperation mit der Arbeitsagentur Dortmund entstand, setzt sich aus insgesamt sechs Bausteinen zusammen, die jeweils über zwei bis sechs Monate laufen“, sagt Raimund Schroeder, HWK-Fachbereichsleiter im Metallbau und Projektkoordinator.

Nach dem ersten sechsmonatigen Baustein werden die Teilnehmer in Betriebe vermittelt, in denen sie als Helfer für einfachere Arbeiten eingesetzt werden können, bevor der nächste Teil startet. „Das Projekt ist ausschließlich für über 25-Jährige gedacht, die die Chance einer vollständigen Integration in den Arbeitsmarkt nutzen wollen.“  Ab diesem Alter sei es für viele oftmals schwierig, noch in eine Ausbildung zu kommen, oder sich eine vielleicht fehlende Qualifikation in Verbindung mit einem geregelten Einkommen anzueignen. Das Projekt richte sich an Personen, die „es wirklich wollen“, so Schroeder. Es gebe auch schon einige Zusagen von Unternehmern, die den jungen Leuten nach Abschluss der ersten Phase eine Stelle in ihrem Betrieb anbieten würden.

„Alle Bewerber wurden vor Beginn zu einer fünftägigen Eignungsfeststellung ins BZA eingeladen“, erklärt der Projektkoordinator. Dort habe man anhand einfacher praktischer und theoretischer Übungen ermitteln können, wie es um die handwerklichen Fähigkeiten, aber auch um die Teamfähigkeit bestellt sei. „Das sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme an der Maßnahme.“ So haben die jungen Leute während der Vorlauf-Woche zudem erkennen können, ob ihnen das Gewerk überhaupt liege und eine Tätigkeit im Metallbau auch auf Dauer vorstellbar sei.  
 
Für das Pilotprojekt hat sich auch der 25-jährige Christian Höftmann aus Dortmund beworben: „Ich bin bereits gelernter Einzelhandelskaufmann, war in dem Job aber nie glücklich. Ich war offen für etwas Neues und umso neugieriger, als ich von der Teilqualifizierung im Metallbau erfuhr.“  Das Bausteinkonzept der Lerneinheiten habe ihn besonders gereizt. „Dazwischen ist das Arbeiten in einem Betrieb vorgesehen. So kann man bereits ein Einkommen beziehen und sich darüber hinaus noch weiterqualifizieren.“ Das motiviere ihn sehr.

Ziel dieser Maßnahme sei es, wie Schroeder betont, den Teilnehmern nach dem Absolvieren aller Teile ohne zeitlich festgesetzten Rahmen das Ablegen der Gesellenprüfung zu ermöglichen. „Zwar endet jeder Baustein mit einer Kompetenzfeststellung, den Gesellenbrief gibt es jedoch erst, wenn alle Module wirklich geschafft und die Abschlussprüfung bestanden ist“, sagt er. Das hat sich natürlich auch Christian Höftmann vorgenommen. An Motivation mangele es ihm nicht: „Für mich markiert die Teilqualifizierung einen beruflichen Neustart und ich bin froh, an der Maßnahme teilnehmen zu können. Keine halben Sachen mehr!“