26. September 2019 „Das Ruhrgebiet schafft es nicht zur Metropole!“


Foto: © Andreas Buck

Ein Verharren im ‚klein, klein‘, fehlende Visionen und zu lange Planungs- und Umsetzungszeiträume verhindern den dringend notwendigen wirtschaftlichen Aufbruch für das Ruhrgebiet. Das mit großen Erwartungen gestartete Projekt der Ruhrkonferenz zur Zukunft des Ruhrraums verliert sich in 75 Projektideen ohne Schwerpunktbildung. Die großen Fragen des Ruhrgebiets – Weiterentwicklung der multimodalen (Verkehrs-) Infrastruktur, Modernisierung und Sicherung von Gewerbeflächen für die gesamte Wirtschaft, Digitalisierung der Verwaltung und Erneuerung der Bildungslandschaft – werden nicht fokussiert und strategisch als Zukunftsthemen definiert. „Auch wenn einzelne sinnvolle Projektideen nun vorliegen, ist jetzt ein bunter ‚Blumenstrauß‘ aus Projekten entstanden, der für jeden und jede etwas bereithält. Nachhaltigkeit sieht anders aus,“ so Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dortmund und Sprecher des Ruhrhandwerks in diesem Jahr.
 
Als Rückschritt müsse zudem die Entscheidung des Regionalverbands Ruhr (RVR) bewertet werden, die Verabschiedung des Regionalplans Ruhr in die 2020er Jahre zu verschieben – und das nach vielen Jahren der Planung, der Diskussion und des Inputs von Fachleuten auch aus der Wirtschaft. Das Handwerk hatte gehofft, mit dem Regionalplan eine Blaupause für die Zukunft insbesondere für die Sicherung und den Ausbau von qualifizierten Gewerbestandorten zu erhalten.
 
„Das Scheitern des Regionalplans“, so Präsident Schröder, „und die dürftigen Ergebnisse der Ruhrkonferenz zeigen, dass die Politik die Realitäten und Notwendigkeiten für die Region nicht im Blick hat. So schafft es das Ruhrgebiet nicht zur wettbewerbsstarken Metropole im Herzen Europas.“
 
 
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