26. September 2018 Nur die Ausbildung von Fachkräften kann Nachfolge sichern


auremar/123RF

Bei knapp jedem vierten Betrieb (23,4 Prozent) ist eine Betriebsübergabe in den nächsten zwei bis fünf Jahren geplant. Bei sieben Prozent steht eine Betriebsschließung bevor. Damit werden sich mittelfristig über 30 Prozent der Handwerksbetriebe sehr stark unternehmerisch verändern. Bei elf Prozent der Betriebe wird das sogar schon bis 2020 stattfinden.

Maurer- und Betonbauermeister Matthias Hartwig kennt als Inhaber des Günther Nolte Baugeschäfts (Herne) und Obermeister der lokalen Baugewerbeinnung die Nachfolge-Problematik aus eigener Erfahrung: „Seit Jahren suche ich nach einem geeigneten Nachfolger – damit kann ein Unternehmer gar nicht früh genug beginnen. Nicht nur die Auswahl des richtigen Übergabemodells und die Findung eines geeigneten Nachfolgers kosten viel Zeit. Auch die Übergangsphase, bis Mitarbeiter und Kunden Vertrauen in die neue Unternehmensführung gefaßt haben, muss berücksichtigt werden. Gerade dann, wenn es sich um ein Traditionsunternehmen wie das unsere handelt.“

Rechtzeitiger Kontakt zu allen wichtigen Stellen sei wichtig, betont Hartwig, zu dessen Betrieb (4. Generation, spezialisiert auf Umbau, Sanierung, Reparaturen sowie Spezialbau) mehr als 20 Mitarbeiter gehören. Handwerksammern und Kreishandwerkerschaften böten Unterstützungen unterschiedlichster Art an; Betriebsbörsen seien darüber hinaus sehr hilfreich im Findungsprozess. Ergänzend dazu sollte der Kontakt zu einem Steuerberater und erfahrenen Juristen gesucht werden, so der Unternehmer aus Herne. „Aufgabe darf nur der letzte Ausweg sein“, unterstreicht Hartwig und appelliert gleichzeitig an seine Kollegen, Fachkräfte für die Zukunft auszubilden, damit genügend Nachfolger zur Verfügung stehen.

Den kompletten Konjunkturbericht für Herbst 2018 und die Sonderumfrage gibt es hier.