29. Juni 2018 HWK und IHK zeichnen sechs erfolgreiche Unternehmen aus


Foto (c) Magdalena Stengel

Neun Gründer von sechs Unternehmen wurden gestern im Bildungszentrum Ardeystraße der Handwerkskammer (HWK) Dortmund mit den Gründerpreisen der HWK Dortmund und der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund ausgezeichnet. Die Preisverleihung bildete den Abschluss des Aktionstages Existenzgründung, der unter dem Motto „Zukunft.Handgemacht“ stand. Begrüßt wurden die Gäste von HWK-Präsident Berthold Schröder. „Gründer sind für die Wirtschaft so wichtig wie Treibstoff für ein Auto: Sie halten die Wirtschaft in Bewegung und sorgen für neue Impulse. Sie schaffen Arbeitsplätze, sorgen für die Ausbildung junger Menschen und beleben den Wettbewerb.“
 
IHK-Präsident Heinz-Herbert Dustmann betont: „Gerade junge Unternehmen und Startups sind Hoffnungsträger für Innovation und Wandel. Sie sind für die Profilierung eines Gründungsstandorts sehr wichtig, denn sie sorgen für neue Impulse und treiben die Entwicklung der Wirtschaft voran.“ Umso erfreulicher ist, dass in der IHK-Region 2017 mehr als 8.100 Gewerbeanmeldungen verzeichnet werden konnten. Dies entspricht einem Anstieg von gut zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser positive Trend spiegelt sich ebenfalls in den Beratungszahlen der IHK zu Dortmund wider. „Bei unseren Beratungsgesprächen für Gründer gab es sogar ein deutliches Plus von rund 40 Prozent“, so Dustmann.
 
Auch bei der HWK Dortmund konnte anders als im Bundestrend eine leichte Steigung bei den Gründungen beobachtet werden, sagt der HWK-Präsident. „Kammerbezirksweit entstanden im letzten Jahr 2.078 neue Betriebe – das sind 1,7 Prozent mehr als im Jahr davor.
Damit wollen wir uns aber nicht zufrieden geben! Wir brauchen mehr junge, motivierte Unternehmer, die ihre Ideen verwirklichen, die Verantwortung übernehmen und die neue Wege gehen“, so Schröder. Nur auf diese Weise bleibe man innovativ und wettbewerbsfähig.
 
Das haben die Gründerpreisträger bereits verinnerlicht. Sie alle haben einen erfolgreichen Karrierestart gemeistert. Den Gründerpreis des Handwerks erhielten der Dortmunder Bäckermeister Stefan Mühlenbäumer, die Schwelmer Dachdeckermeister Karsten Neumann und Robert Neumann und die Hagener Malermeister Tanja Bäumer und Thomas Illi. Mit dem Gründerpreis der IHK wurden Erkan Doganay (Ares GmbH „Spiegel 21“) aus Lünen, Nico Fischell (Teichbedarf-Discount und Happykoi) aus Hamm sowie Carsten Schlieter und Fabian Seiffert (Edelhelfer Dortmund Handelsgesellschaft mbH) aus Dortmund ausgezeichnet.
 
Mit den Aktionstagen wolle man darauf hinwirken, so Schröder, mehr Menschen zu motivieren, den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen. Die Gründerpreise würden verliehen werden, um besondere Werdegänge hervorzuheben und engagierte Jungunternehmer zu würdigen. „Besonders in Zeiten der Digitalisierung kommt jungen Unternehmen eine wichtige Rolle zu. Denn wer sich selbstständig macht, der möchte Neues ausprobieren. Offenheit gegenüber neuen Entwicklungen ist eine wichtige Voraussetzung, damit der digitale Wandel gelingt. Gründer, die neue Geschäftsideen verwirklichen oder individuelle Produkte erstellen, treiben damit die Digitalisierung weiter voran.“
 
Auch der IHK-Präsident sieht noch Luft nach oben. „Ziel muss es sein, das Gründer-Ökosystem in unserer Region weiterhin positiv zu unterstützen, Maßnahmen zur Verbesserung der Gründungskultur weiter zu entwickeln und für mehr Unternehmergeist zu werben“, sagt Dustmann. Das Thema Unternehmertum müsse etwa in den Schulen noch viel präsenter werden. „Bereits die junge Generation sollte wirtschaftliches Denken verinnerlichen und die unternehmerische Selbstständigkeit als eine attraktive Alternative zum Beschäftigungsverhältnis sehen. Hierfür setzen wir uns unter anderem mit der Vergabe des IHK-Schulpreises Wirtschaftswissen ein.“
 
Jedes Jahr begleiten die Berater von HWK und IHK Hunderte auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Vom ersten Gespräch über das Konzept und die Gründungsseminare bis hin zur Eröffnung des eigenen Unternehmens. „Uns ist es wichtig, nicht nur zu informieren, sondern das jeweilige Gründungsvorhaben individuell zu begleiten, damit der Start in die Selbstständigkeit so reibungslos gelingt wie möglich“, sagt der HWK-Präsident. Über 2.600 Unternehmer hätte die HWK Dortmund in 2017 bei ihrem Gründungsvorhaben unterstützen können. Darüber hinaus machen sich HWK und IHK an entscheidenden Stellen dafür stark, die Rahmenbedingungen für Gründer zu verbessern.
 
 
Die Preisträger des Handwerks:
 
Bäckermeister Stefan Mühlenbäumer
Bäckerei Kreis e.K. / Dortmund
Der Dortmunder Bäckermeister Stefan Mühlenbäumer hat 2014 die Bäckerei Kreis e.K. in Dortmund-Kirchhörde übernommen. Anfang der 50er Jahre wurde die Bäckerei von Paul und  Liesel Kreis gegründet. Seit 1964 werden die Backwaren in dem Geschäft an der Hagener Straße 357 in Dortmund angeboten. Mühlenbäumer, der zunächst eine Ausbildung im Einzelhandel machte, half später in der Münsteraner Familienbäckerei seiner Frau mit und schlug erfolgreich den Werdegang zum Bäckermeister und Betriebswirt des Handwerks ein. Um sich abseits des Familienbetriebs mit einer eigenen Bäckerei selbstständig machen zu können, haben Mühlenbäumer und seine Frau sich schließlich für die  Übernahme der Bäckerei Kreis entschieden. Seitdem ist die Herstellung von hochwertigen Back- und Konditoreiprodukten an der Tagesordnung. Das Erfolgsrezept Mühlenbäumers liegt im erstklassigen Umgang mit den Kunden und der handwerklichen Herstellung der Produkte. So werden in der hochmodernen Backstube keine Convenience Produkte bei der Herstellung verendet, nur hochwertige Rohstoffe, teilweise in Bio-Qualität. Das Motto der Mühlenbäumers: „Raus aus der Vergleichbarkeit“!

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Dachdeckermeister Karsten Neumann und Robert Neumann
Dachdeckermeister Gebrüder Neumann GbR/ Schwelm
Im Juli 2015 haben die beiden Dachdeckermeister Robert und Karsten Neumann in Schwelm gemeinsam einen Dachdeckerbetrieb gegründet.
Den Betriebssitz errichteten die Brüder im alten Elternhaus. Robert und Karsten Neumann begeistern sich für neue Technologien. So nutzen sie eine Drohne zur Vermessung und Inspektion von Dächern und einen Mini-Elektrowagen als Firmenfahrzeug. Von ihren Kunden möchten sie als „Kümmerer“ wahrgenommen werden. Denn Schnelligkeit bei der Beantwortung von Anfragen ist ihr Steckenpferd. Ein Jahr nach der Unternehmensgründung verstärkten bereits zwei Mitarbeiter, ein Geselle und ein Auszubildender das Team um die Neumann-Brüder. Ein weiterer Geselle kam dieses Jahr hinzu. Um das Leistungsangebot des Betriebs noch zu erweitern, besucht Karsten Neumann derzeit die Zimmerer-Meisterschule.
 
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Malermeister Tanja Bäumer und Thomas Illi       
Malermeisterbetrieb Wohnraum Plus / Hagen
Im September 2007 machte sich Thomas Illi mit einem Malerbetrieb zunächst als Einzelkämpfer in Hagen selbstständig. Die Geschäfte liefen gut und erste Mitarbeiter konnten eingestellt werden. 2013 verstärkte dann auch Tanja Bäumer als technische Betriebsleiterin und Meisterin im Maler- und Lackierhandwerk das Team. Die Chemie zwischen ihr und Illi stimmte sofort und die Idee einer Partnerschaft reifte. 2015 stieg Bäumer schließlich in das Unternehmen ein – die Geburtsstunde der Thomas Illi und Tanja Bäumer GbR – Malermeisterbetrieb Wohnraum Plus. Als Inhaberin und Frau in einem Männerberuf behauptet sich Bäumer auf Bausstellen problemlos. Nicht zuletzt aufgrund der Liebe zu ihrem Beruf. Mittlerweile sind Illi und Bäumer mit ihrem Unternehmen nach Dahl gezogen. In den neuen Räumlichkeiten stehen nun neben Büro- und Lagerflächen auch Präsentationsmöglichkeiten inklusive Schaufenster zur Verfügung.
 
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Die Preisträger der IHK:
 
Gründer Erkan Doganay
Ares GmbH „Spiegel 21“ / Lünen
Das Unternehmen wurde 2013 in Unna gegründet und hat seit der Gründung ein rasantes Wachstum realisiert. Räumlich stand zunächst ein Umzug in ca. 600 Quadratmeter große Räumlichkeiten in Selm an, 2017 erfolgte der Umzug in die eigenen neu gebauten Räumlichkeiten in Lünen. Diese werden nun bereits wieder ausgebaut und sollen auf eine Fläche von knapp 2.500 Quadratmeter erweitert werden. Auch die Umsätze sind stark gewachsen. Lag der Umsatz anfangs bei 552.000 Euro, liegen die Planzahlen für 2018 bei 5,5 Millionen Euro. Spiegel 21 ist zudem Ausbildungsbetrieb und bildet in vier Berufszweigen aus. Die Ares GmbH stellt individuelle Spiegel und Glasprodukte her. Zum Produkt-Portfolio gehören Spiegel mit LED-Beleuchtung, individualisierbare Rahmen oder Gravuren und neue Produkte wie TV-Spiegel. Zusätzlich werden Spiegelschränke und Glasprodukte wie Dusch- und Küchenrückwände oder Glastüren hergestellt. Die Produkte sind in den gewünschten Größen individuell anpassbar und werden entsprechend im eigenen Werk gefertigt. Der Vertrieb und die Konfiguration erfolgten ausschließlich online über die eigenen Internetseiten. Zukünftig soll das Angebot um die komplette Badeinrichtung erweitert werden, auch hier bekommt der Kunde die Möglichkeit, die Produkte individuell zu konfigurieren.

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Gründer Nico Fischell
Teichbedarf-Discount und Happykoi  / Hamm
Während seines Maschinenbaustudiums handelte der 31-jährige Niko Fischell nebenbei mit japanischem Gartenbonsai. So lernte er auch Koi-Teiche kennen und war davon so fasziniert, dass er 2005 seinen ersten eigenen Koi-Teich baute. Er besuchte Koi-Messen, lernte Fachleute kennen und knüpfte wichtige Kontakte, die es ihm ermöglichten, bei einigen Großhändlern direkt einzukaufen. So entstand die Idee, Anfang 2012 nebenberuflich einen Onlineshop unter den Namen Teichbedarf-Discount mit einigen Artikeln zu eröffnen. Aufgrund der hohen Nachfrage kamen immer weitere Produkte hinzu. Bis Ende 2014 stieg der Verkauf rasant an und Fischell entschied sich, seine Anstellung als Konstrukteur für Sondermaschinenbau aufzugeben und die Firma Teichbedarf-Discount professioneller auszubauen. Beim Schritt in die Selbst-ständigkeit half ihm auch die Beratung durch die Experten der IHK. Anfang 2015 konnte Niko Fischell zudem das 1986 gegründete Groß- und Einzelhandelsunternehmen HAPPYKOI erwerben, das zu den bekanntesten Marken in der Koi-Branche zählt und dessen Futter- und Pflegeprodukte stark nachgefragt werden.

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Gründer Carsten Schlieter und Fabian Seiffert
Edelhelfer Dortmund Handelsgesellschaft mbH / Dortmund
Das Unternehmen wurde 2017 als Erweiterung des bestehenden Geschäfts in Recklinghausen (seit 2013) gegründet. Dabei wurde Fabian Seiffert zusammen mit Carsten Schlieter Geschäftsführer. Fabian Seiffert war seit seinem Studium in Recklinghausen beschäftigt und wurde konsequent gefördert, 2017 übernahm er die Verantwortung für die Dortmunder Filiale. Mit der Eröffnung in Dortmund wurde nicht nur das Geschäftsmodell erweitert, sondern auch das langjährig bestehende Triathlon-Geschäft „Rückenwind“ übernommen und so die Nachfolge gesichert. Edelhelfer vertreibt hochwertige Räder der Marken Trek, Cannondale und Simplon im Premiumsegment. Mit dem Projekt One von Trek können Fahrräder individuell nach Kundenwunsch konfiguriert werden.  Mit der angeschlossenen Werkstatt und weiteren Zusatzangeboten liefert Edelhelfer dem Kunden einen Rundumservice. Zu den Zusatzdienstleistungen zählen organisierte Radreisen und die Zusammenarbeit mit dem Radlabor, das ein Radvermessungssystem anbietet. Das Radvermessungssystem ist bisher nur sieben Mal in Deutschland vertreten und vermisst die Körperdaten des Kunden mit Hilfe eines Bodyscans. Die Daten helfen dabei, das Fahrrad anzupassen und eine optimale Sitzposition zu erreichen. Das zweite starke Standbein von Edelhelfer ist der Verkauf von E-Bikes. Auch lokal ist Edelhelfer stark engagiert, es werden Vereine gesponsert und es gibt mittlerweile ein eigenes Rennradteam. Neu ist die Kooperation mit Firmen, die ihren Mitarbeitern Leasingfahrräder zur Verfügung stellen möchten, um so das Rad als Verkehrsmittel zu stärken.

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FILMTIPP: Alle Video-Portraits der Gründerpreisträger 2018 finden Sie hier.