18. März 2019 Neuer Höchststand: Gründungen von Frauen und Ausländern


Foto: © adam121/123RF

Der Gesamtbestand handwerklicher Unternehmen ist in 2018 mit einem leichten Minus von 4 auf 19.679 konstant geblieben. Rückgänge bei den zulassungspflichtigen Handwerken (-59 Betriebe bzw. -0,5%) sowie den handwerksähnlichen Gewerben (-68 / -1,7%) wurden durch erneute Zuwächse bei den zulassungsfreien Handwerken (+123 / +2,8%) nahezu kompensiert.
 
Die Zahl der Existenzgründungen (Neugründungen / Betriebsübernahmen) lag dabei – hauptsächlich wegen der überaus positiven wirtschaftlichen Lage - mit 1.612 auf dem niedrigsten Stand seit 14 Jahren. Aber: Gründungen durch Frauen haben mit einem Anteil von 30,4% einen neuen Höchststand erreicht. Mit 40,3% machten sich besonders viele in handwerksähnlichen Gewerben selbstständig. In den zulassungspflichtigen Handwerken stieg der Anteil der Existenzgründerinnen deutlich auf 32,5% gestiegen – der höchste Wert der vergangenen 10 Jahre. Das Gleiche trifft auf den Anteil ausländischer Gründer zu, der in 2018 bei insgesamt 26,5% lag.
 
„Dass die Zahl der Gründungen im letzten Jahr nicht gestiegen ist, bedauern wir. Umso mehr, als die ausgesprochen gute Konjunktur eigentlich beste Startbedingungen geboten hätte. Wir brauchen dringend neue Unternehmer, gerade auch wenn es um die Übernahme bestehender Betriebe in unserem Kammerbezirk geht“, sagt Präsident Berthold Schröder. Gleichwohl sei es überaus erfreulich, dass immer mehr Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund als Existenzgründer im Handwerk ihre Karriere starten würden. „Diese Entwicklung ist großartig und setzt sich hoffentlich fort.“
   
In den zulassungspflichtigen Bau- und Ausbaugewerken gab es unterschiedliche Bestandsverläufe. Die gesamte Gruppe hat – ungeachtet der hohen Nachfrage – 23 Betriebe verloren (-0,7%, Endbestand: 3.053). Dabei haben die Straßenbauer als einziges Handwerk in dieser Gruppe gegen den Trend Betriebe hinzugewonnen, nämlich 7 auf 211 (+3,4%). Die deutlichsten Verluste zu verzeichnen hatten Stuckateure (-8 / -5,7%), Dachdecker (-6 / -1,2%) sowie Maler und Lackierer (-11 / -1,1%).
 
Der rasante Rückgang der Metallbauer scheint vorerst gestoppt. Nachdem seit 2006 ihre Zahl um 115 von 595 auf 480 (-19,3%) zurückgegangen war, gab es in 2018 einen Minimal-Zuwachs von einem Betrieb. Fleischereien hingegen sind unverändert auf dem Rückzug. Auch in 2018 war ein deutlicher Rückgang von 176 auf insgesamt 165 Betriebe (-6,3%) zu beobachten.
 
Der Super-Sommer 2018 hat wohl maßgeblich dazu beigetragen, dass die Zahl der Rollladen- und Sonnenschutztechniker im Kammerbezirk um 7 auf 69 (+11,3%) gestiegen ist. Andere Entwicklungen im Bereich der B1- und B2-Gewerke zeigen eine Fortsetzung der letzten Jahre: Fotografen mit einem Plus von 56 auf 543 (+11,5%) sowie Gebäudereiniger mit einem Zuwachs von 70 auf 838 (+9,1%). Beide Gewerke haben maßgeblich zum Anstieg der Betriebszahlen in den zulassungsfreien Handwerken beigetragen. Die Kosmetiker haben mit 1.005 Betrieben (+10 / +1,0%) erneut hinzugewonnen, der Anstieg hat sich aber deutlich verlangsamt.
 
Die regionale Betrachtung zeigt für 2018 eine überdurchschnittlich gute Entwicklung in Herne (+27 auf 1.219 Betriebe, +2,3%) sowie in Dortmund (+38 auf 4.222, +0,9%). Am anderen Ende steht indes der Kreis Unna mit einem Minus von 34 Betrieben auf insgesamt 2.925 (-1,1%).
 
 
 
Entwicklung des Betriebsbestands im Kammerbezirk Dortmund (2018) /
Nach Kreisen und kreisfreien Städten
 
 Bestand
01.01.2018
Bestand
31.12.2018
Veränderung
absolut
Herne1.1921.219+27
Dortmund4.1844.222+38
Kreis Soest2.6312.642+11
Hagen1.6281.632+4
Hamm1.2491.243-6
Bochum2.8642.843-21
Kreis Ennepe-Ruhr2.9762.953-23
Kreis Unna2.9592.925-34
Summe19.68319.679-4