05. Juli 2018 Neue Techniken und Verfahren machen Fortschritt interessant


Foto (c) Chris Lührmann

„Dächer werden mittels Drohnen kontrolliert, der Kunde meldet sich jetzt per Whats App und die Heizung lässt sich bequem per Smartphone von unterwegs steuern. Kurz: Das Handwerk ist digital.“ Mit diesen Worten eröffnete Berthold Schröder, Präsident der Handwerks-kammer (HWK) Dortmund, zusammen mit Ministerialdirigent Karl-Uwe Bütof, Leiter der Abteilung Innovation und Märkte beim NRW-Wirtschafts-Ministerium, die Messe „HANDWERK DIGITAL“. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit Handwerk.NRW, dem Kompetenzzentrum digitales Handwerk und der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund statt. Während der bundesweit einzigartigen Messe konnten sich die zahlreichen Besucher im HWK-Bildungszentrum Hansemann (BZH) unkomplizierte, digitale Lösungen innovativer Unternehmen ansehen und vorführen lassen. Fünf hochkarätige Referenten wagten zudem auf der Bühne einen Blick  in die Zukunft der Digitalisierung, gaben Praxistipps und beantworteten Fragen aus dem Publikum.
 
In seinem Grußwort ging der NRW-Ministerialdirigent auf die Zukunft des Handwerks ein. Diese liege in der Digitalisierung, so Bütof. „Durch den Einsatz innovativer Technologien und digitaler Kundenservices können neue Geschäftsfelder erschlossen und die Handwerksorganisationen nachhaltig gestärkt werden. Handwerk 4.0 stellt für den digitalen Wandel eine zentrale Säule dar. Die Landesregierung unterstützt die Transformation durch die Digitalisierungsoffensive Handwerk NRW.“
 
Andreas Ehlert, Präsident von Handwerk.NRW, sieht durch den digitalen Wandel Veränderungen für alle Lebensbereiche. Deshalb sei die Aneignung „digitaler Kompetenzen“, beispielsweise die Erstellung und Pflege von Datenbanken oder die kritische Bewertung digital verfügbarer Informationen, ein absolutes Muss, so Ehlert. „Der Erwerb digitaler Kompetenz stellt mittlerweile die vierte Kulturtechnik dar. Das kommt direkt neben Rechnen, Schreiben und Lesen.“
 
„Die Digitalisierung wird sich zukünftig quer durch alle Branchen und Wertschöpfungsstufen ziehen“, erklärte IHK-Präsident Heinz-Herbert Dustmann. „Sie wird zum zentralen Zukunftsthema der gesamten Wirtschaft – von der Industrie zum Handel bis zur Dienstleistungsgesellschaft, aber auch für das Handwerk. Die IHK zu Dortmund begleitet die Unternehmen bei der Digitalisierung und stellt ihnen neben Netzwerken hilfreiche Informationsangebote zur Verfügung."
 
„Digitalisierung bedeutet nicht nur neue Technologien. Sie bedeutet vor allem schnellere und effizientere Abwicklung von Arbeitsprozessen oder die Einsparung von Kosten“, so HWK-Präsident Berthold Schröder. Um weiterhin Erfolg zu haben, solle man nicht zu sehr an alten Gegebenheiten festhalten, sondern offen für Neues sein. Dies bedeute nicht, gleich alles zu verbannen, was früher gut und richtig war. Der Mix mache es, betont der HWK-Präsident. „Im Handwerk haben wir viele Verfahren, Traditionen und Werte, die auch heute noch Bestand haben und darum bewahrt werden müssen. Es geht vielmehr darum, Bestehendes zu erweitern und zu verbessern. Jahrhundertealten Techniken und smarte neuen Verfahren machen den Fortschritt so interessant.“

Während einer Talkrunde mit Bütof, Dustmann und dem Präsidenten von Handwerk.NRW, Andreas Ehlert, erklärte Schröder, dass sich auch die Berufsbilder im Handwerk aufgrund des digitalen Wandels deutlich verändern werden. „Es wird künftig noch stärkere Spezialisierungen geben, weil die Komplexität der Aufgaben zunimmt. Daher rüsten wir unsere Ausbildungswerkstätten immer nach dem neuesten Standard aus. In Berufen wie dem Kfz-Mechatroniker oder dem Kfz-Elektroniker wird der Informatik-anteil steigen“, sagt der HWK-Präsident. Die Ausbildungsinhalte würden laufend aktualisiert werden.

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