19. Januar 2018 Kita-Wettbewerb „Kleine Hände große Zukunft“


Einen spannenden Einblick ins Handwerk erhielten im Januar drei Kita-Gruppen aus Herdecke, Witten und Hagen. Bei Orthopädieschuhmachermeister Michael Lippmann, Modistenmeisterin Bärbel Waldes-Maduka, dem Fotografenmeister Chris Lührmann und Maßschneidermeisterin Inge Szoltysik-Sparrer konnten sich die Vier- bis Sechsjährigen an kleineren Arbeiten spielerisch ausprobieren.
 
Der Besuch in den Handwerksunternehmen fand im Rahmen des bundesweiten Kita-Wettbewerbs „Kleine Hände große Zukunft“ auf Initiative der Aktion Modernes Handwerk e.V. statt. Die Handwerks-kammer (HWK) Dortmund unterstützt den bundesweiten Wettbewerb, der Kita-Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahre für das Handwerk begeistern will.
 
Ihre Eindrücke und Erlebnisse aus dem Besuch im Handwerks-unternehmen sollen die Kinder anschließend auf einem Riesenposter festhalten. Eine Jury aus Vertretern des Handwerks und der Frühpädagogik begutachtet die Poster. Den Landessiegern winken jeweils 500 Euro für ein Kita-Fest oder einen Projekttag zum Thema Handwerk.

 
Herdecke
 
Orthopädieschuhmachermeister Michael Lippmann ließ die Kita-Kinder in seinem Unternehmen Schablonen zum Messen der Schuhgröße bauen. „Das Ausprobieren und Entdecken ist für die Mädchen und Jungs weitaus spannender, als bloße Theorie“, betonte Lippmann, der sich schon lange in Punkto Nachwuchsförderung engagiert. Er hoffe, dass durch das aktive Mitmachen eine schöne Erinnerung an das Handwerk in den Köpfen der Fünf- bis Sechsjährigen zurückbleibe. Um Eindruck zu hinterlassen, bot Lippmann den jungen Entdeckern viele Gelegenheiten, selbst aktiv zu werden. Es wurde gescannt, ausgeschnitten, geklebt und gepresst. Jede Station ein Erlebnis.
 
Begleitet wurde die Gruppe von Erzieherin Gerlinde Auferkorte. Sie finde es wichtig, Kinder schon früh auf Entdeckungstour zu schicken. „Die Kleinen sollen sehen, wie Dinge entstehen und woher sie kommen. Sie sollen auch einmal etwas hinterfragen und neugierig werden.“
 
Unter den Kita-Kindern war auch der fünfjährige Mikka, Sohn von Orthopädieschuhmachermeister Michael Lippmann. Zwar kannte er viele Abläufe im Unternehmen des Vaters schon, dennoch hat ihm der Ausflug mit seinen Freunden aus der Kita viel Spaß gemacht. Sein Fazit: „Ich fand einfach alles toll und später werde ich Schuhmacher.“
 
Mit ihren fertigen Schablonen haben die Kinder zum Schluss ihre genauen Schuhgrößen ermittelt und auch die Eltern dürften sich über das Mitbringsel aus dem Handwerksbetrieb freuen. Die Schablonen eignen sich nämlich auch noch in den kommenden Monaten zum Messen der Schuhgröße. 
 
 
Witten
 
Gleich zwei Handwerksberufe konnten die elf Mädchen und Jungen des Spiel- und Kinderhauses Witten entdecken. Im Hutsalon von Modistenmeisterin Bärbel Wolfes-Maduka tauchten die Vier- bis Sechsjährigen in die faszinierende Welt der Hutherstellung aus verschiedenen Materialien ein und bastelten Kronen aus Filz. Mit dabei war auch Fotografenmeister Chris Lührmann, der den kleinen Nachwuchshandwerkern Tipps fürs Fotografieren ohne Daumen vorm Objektiv und das perfekte „Spaghetti-Lächeln“ gab. Mit kleinen Digital- und Polaroid-Kameras schossen sie dann ihre ersten Fotos und hatten dabei sichtlich Spaß.
 
Chris Lührmann, Fotografenmeister, gab sich im Umgang mit den Kleinen viel Mühe. „Ich finde die Idee cool Kindern zu zeigen, dass es spannende Handwerksberufe gibt. Auch mir hat es Spaß gemacht, in so viele neugierige Gesichter zu gucken.“
 
Der Wunsch von Modistenmeisterin Bärbel Wolfes-Maduka sei es, den jungen Menschen das gesamte Handwerk näher zu bringen. „Denn viele Betriebe haben echte Nachwuchssorgen. Deshalb beteilige ich mich gerne an Aktionen auch schon für die Kleinsten“, so die Handwerksunternehmerin.
 
Ähnlich sehe das auch Sabine Jungermann, Leiterin des Spiel- und Kinderhauses Witten. „Kinder sollten schon früh etwas über Berufe erfahren – nicht nur über die ihrer Eltern. Toll finde ich, dass heute sogar zwei Handwerksberufe gezeigt wurden und dazu noch ein so seltenes wie das der Hutmacherin.“
 
Für die Vierjährige Alma war der Besuch im Hutsalon ein voller Erfolg. Besonders das mit den Hüten und Kronen habe ihr Spaß gemacht. „Aber Fotos machen find ich auch gut“, so die kleine Entdeckerin. Denn da würden dann alle immer lachen müssen und Spaghetti sagen.


Hagen
 
„Für den Nachwuchs setze ich mich intensiv ein“, so Maßschneidermeisterin Inge Szoltysik-Sparrer. Den Kita-Wettbewerb der Aktion modernes Handwerk habe sie daher gerne unterstützt. Die Unternehmerin und Vorsitzende des Bundesverbandes des Maßschneiderhandwerks gab sich viel Mühe mit den Kita-Kinder der Hagener Arche Noah.
 
Als kleine Aufgabe sollten Knöpfe auf ein Stück Stoff genäht werden, was den kleinen sichtlich Spaß machte und sie herausforderte. „Berufserkundung ist schon im Vorschulalter wichtig“, sagte Szoltysik-Sparrer. „Wenn es gelingt, junge Menschen für einen Beruf zu begeistern oder durch das Ausprobieren zu faszinieren, ist nicht auszuschließen, dass man den einen oder anderen in ein paar Jahren im Handwerk wiedertrifft.“         
 
Erzieherin Veronika Schietrumpf hat mit den Kita-Kindern schon viele Unternehmen und Einrichtungen besucht. Im Handwerk waren sie jedoch noch nicht. „Eine willkommene Abwechslung“, so Schietrumpf. Im Atelier von Inge Szoltysik-Sparrer, sagte die Erzieherin, würden die Kinder besonders gut sehen können, dass nicht alles einfach aus dem Kaufhaus komme sondern zunächst einmal irgendwo hergestellt werde.   
 
Die sechsjährige Alicia entdeckte im Modeatelier ungeahnte Talente beim Annähen des glänzenden Knopfes, den sie sich selbst aussuchen durfte. Für Sie stand schnell fest: „Ich werde später auch Maßschneiderin“. Ihre erste Arbeit, dass wisse sie jetzt schon, würde dann ein rosafarbenes Kleid mit blauen Punkten werden.   


Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es online unter
amh-online.de