03. April 2019 „Gewerbetreibende sollten zielgerichtete Lösungen erhalten“


© kesu87/123RF

Die Diskussion um mögliche Dieselfahrverbote hat das Handwerk im Dortmunder Kammerbezirk stark verunsichert. Denn: Sollte wirklich ein Austausch von Dieselfahrzeugen des Typs EURO 4 oder älter zwingend sein, wäre dies für 42 Prozent der Unternehmen existenzgefährdend. Das hat eine Sonderumfrage ergeben, an der sich  parallel zur Konjunktur 829 Betriebe beteiligt haben.
 
Als Kleinunternehmen mit durchschnittlich 19 Mitarbeitern und knapp 10 Fahrzeugen pro Betrieb sind Handwerker besonders  von der Dieselthematik betroffen. Die Fahrzeuge machen dabei einen hohen Anteil am Investitionsrahmen der Betriebe aus.
 
Für 42 Prozent der Betriebe wäre eine Flottenerneuerung nicht  finanzierbar. Weniger als 20 Prozent könnten sie mit Einschränkungen durchführen. 29 Prozent gaben an, Fördergelder zu benötigen. Für die  Nachrüstung von Dieselfahrzeugen stellt der Bund seit Jahresbeginn zwar Gelder bereit, vier von zehn der Befragten ist dies bislang aber noch nicht bekannt gewesen.
 
Geschäftsführer Andreas Bartels vom Autohaus Ebbinghaus, das seit 1952 sehr erfolgreich am Markt ist, sagt zur Dieselproblematik: „Ich halte generelle Dieselfahrverbote für nicht gerechtfertigt gerade auch bei Gewerbetreibenden sollte es zielgerichtete Lösungen geben, das Nachrüsten von betroffenen Dieselfahrzeugen sollte für alle einfacher Umsetzbar sein. Die Fahrzeugflotten der meisten Gewerbebetriebe bestehen fast ausschließlich aus Dieselfahrzeugen. Gerade in einer Stadt wie Dortmund mit einem sehr großen Innenstadtbereich, wo viele Kunden sowohl von Dienstleistungs- als auch Handwerksbetrieben ansässig sind, kann ein Dieselfahrverbot sich negativ auswirken.“

Der Ersatz der aktuell durchschnittlich 1,27 Dieselfahrzeuge (EURO 4) würde die Betriebe vor wirtschaftliche Probleme stellen. Noch mehr aber, wenn auch die ca. 1,7 Diesel (EURO 5) und die 2,53 Diesel (EURO 6) Fahrverboten unterlägen. Die angegebenen 0,26 Fahrzeuge Diesel (EURO 3) oder älter, die also auch nicht über eine grüne Umweltplakette verfügen, machen sicherlich den Großteil der ca. 0,45 Sonderfahrzeuge pro Betrieb aus. Dabei handelt es sich etwa um Kräne oder Baustellenfahrzeuge, die üblicherweise eine sehr niedrige Laufleistung pro Jahr und eine entsprechend lange Lebensdauer haben.

Hier geht es zur Sonderumfrage.