29. November 2017 Gebäudeenergieberater des Handwerks können durchstarten


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Ab Freitag, 1. Dezember, können endlich auch Gebäudeenergieberater des Handwerks aktiv werden, wenn es um die Energieberatung in Wohngebäuden vor Ort geht. „Damit wird eine langjährige Forderung des Handwerks erfüllt. Die rund 400 Gebäudeenergieberater, die es derzeit in unserem Kammerbezirk gibt, werden damit zu wichtigen Mitgestaltern der Energiewende“, betont Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dortmund.

Veraltete Heizungen, undichte Fenster oder unzureichende Dämmung seien leider vielfach noch Standard in Deutschland, die Sanierungsquote mit etwa einem Prozent weiterhin viel zu gering. Schröder, selbst Zimmerermeister und auch Gebäudeenergieberater (HWK): „Zwei bis drei Prozent des Wohnbestands müssten jährlich wenigstens saniert werden, um bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu haben. Das schaffen wir nur, wenn die Energiewende die richtige Schubkraft bekommt.“

Die Gebäudeenergieberater aus dem Handwerk könnten dazu einen wichtigen Beitrag leisten, doch müssten parallel bestehende Förderprogramme auf ihren Wirkungsgrad geprüft und die steuerliche Absetzbarkeit energetischer Sanierungsmaßnahmen neu diskutiert werden. „Mehr als ein Drittel der Eigentümer könnte sich dann vorstellen, entsprechende Arbeiten in Auftrag zu geben – bei direkten Zuschüssen sogar über die Hälfte.“

Hintergrund
Die neuen Richtlinien des Bundeswirtschaftsministeriums ermöglichen es nunmehr, dass Gebäudeenergieberater des Handwerks – bundesweit sind es ca. 30.000 – im Rahmen einer geförderten Beratung Hauseigentümer über die Möglichkeiten einer energetischen Sanierung informieren. Ein Handwerker, der bei einem Kunden Heizung, Dach oder Fenster repariert, kann nun die Gelegenheit nutzen, anlassbezogen zu beraten, wenn er über die entsprechende Qualifikation verfügt. Das war bisher nicht möglich.

Die Weiterbildung zum Gebäudeenergieberater (HWK) umfasst 240 Stunden, regelmäßige Fortbildungen nach Erlangen der Qualifikation sind verbindlich.

Kontakt
HWK-Umweltberater Siegfried Riemann
Tel.: 0231 5493-426
Mail: siegfried.riemann@hwk-do.de