25. März 2019 Deutliches Plus bei den neuen Lehrverträgen


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3812 neu abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse gab es zum Jahresende 2018 im Kammerbezirk Dortmund. Das waren im Vergleich zu 2017 deutliche 5,3 Prozent mehr bzw. 193 Lehrverträge.
 
Kammer-Präsident Berthold Schröder: „Es ist das beste Ergebnis seit sechs Jahren. Eine ähnlich hohe Zahl wurde zuletzt im Jahr 2013 mit 3775 Neuabschlüssen erreicht. Allen Handwerksunternehmern, die jungen Menschen einen Ausbildungsplatz bieten, danke ich dafür herzlich. Sie geben damit nicht nur den Lehrlingen ganz individuell eine Chance, erfolgreich ins Berufsleben zu starten, sondern tragen nachhaltig zur Fachkräftesicherung in unserem Wirtschaftsbereich bei. Das verdient unsere uneingeschränkte Anerkennung.“
 
Das Plus ist insbesondere durch Zuwächse in den Ausbildungsberufen der Anlage A zustande, wozu etwa Dachdecker, Kraftfahrzeugmechatroniker, Metallbauer oder auch Straßenbauer gehören. Hier wurden im Vergleich zum Vorjahr 210 Verträge mehr (+6,9 Prozent) abgeschlossen. Die Zahl der Neuabschlüsse in Berufen der Anlage B1 – beispielsweise  Raumausstatter, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Gebäudereiniger und Fotografen – blieb dagegen mit 145 stabil. 
 
Unter den Ausbildungsstartern gab es wieder mehr Schulabgänger mit einem Hauptschulabschluss. Nach den kontinuierlichen Rückgängen in den vergangenen Jahren stieg ihr Anteil in 2018 leicht um 1,3 Prozent auf 34,3 Prozent. Demgegenüber sank der Anteil von neuen Auszubildenden mit Fachoberschulreife  um knapp 2 Prozent auf 37,8 Prozent. Weiterhin auf hohem Niveau bewegte sich der Anteil von Abiturienten und Fachabiturienten: 21,25 Prozent. Zum Vergleich: Fünf Jahre zuvor waren es 15,2 Prozent, vor zehn Jahren gerade einmal 9,4 Prozent.
 
Erstmals seit zehn Jahren stieg der Gesamtbestand der Ausbildungsverhältnisse wieder und erreichte nach zuletzt 2014 wieder eine fünfstellige Zahl: 10.140 Ausbildungsverhältnisse gab es über alle Lehrjahre hinweg zum Jahresende und damit 1,9 Prozent mehr als 2017. Dieses sehr erfreuliche Ergebnis wurde indes leicht getrübt durch einen Rückgang der weiblichen Auszubildenden. Mit 1809 Lehrverträgen beträgt ihr Anteil am Gesamtbestand nur noch 17,8 Prozent. Der Hauptgrund: Die seit Jahren rückläufigen Ausbildungszahlen bei den Fachverkäuferinnen im Lebensmittelhandwerk und Friseurinnen.
 
 
 
Von den insgesamt 10.140 Auszubildenden im Kammerbezirk Dortmund zum Jahresende 2018 hatten 1461 Personen und damit 14,4 Prozent eine ausländische Staatsangehörigkeit. Ihr Anteil ist damit erneut um 2,1 Prozent gestiegen. Dabei stammte knapp ein Drittel von ihnen aus der Türkei, Polen, Italien und Griechenland.  Weitere 30 Prozent von ihnen hatten sehr wahrscheinlich einen Fluchthintergrund.  Insgesamt standen 427 Geflüchtete in 2018 in Ausbildung – 189 mehr als noch im Jahr zuvor. 
 
Im Kammerbezirk wurden 2018 insgesamt 2.902 Gesellen- und Abschlussprüfungen abgelegt. 2.286 Prüfungsteilnehmer*innen waren erfolgreich (78,8 Prozent). Wie in den vergangenen Jahren waren weibliche Prüfungsteilnehmer mit einem Anteil von 84,6 Prozent bestandener Prüfungen erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen. Aber interessanterweise nicht in den kaufmännischen Ausbildungsberufen, obwohl just dort überwiegend Frauen ausgebildet werden. Hier hatten mit 97,9 Prozent die  männlichen Prüfungsteilnehmer die Nase vorn – gegenüber 91,3 Prozent der Frauen.