Das Angebot einer Teilzeitausbildung ist sinnvoll, um

  • Jungen Menschen den Wiedereinstieg zu ermöglichen, die bereits eine Ausbildung begonnen, jedoch wegen Elternschaft bzw. Pflegetätigkeit unterbrochen haben
  • Jungen Menschen, die noch keine Ausbildung begonnen haben, aber während/nach der Schule Eltern wurden bzw. in Pflege eingebunden sind, eine Ausbildungschance zu bieten.

 

Ihre Vorteile

  • Eine geringere finanzielle Belastung durch die Verringerung der monatlichen Ausbildungsvergütung
  • Betriebsgerechte Verteilung der Arbeitszeit und damit verbundene zeitliche Flexibilität, denn die Auszubildenden können, je nach individueller Vereinbarung, zeitlich passend eingesetzt werden
  • Verbesserte Möglichkeiten für den Abschluss eines unterbrochenen Ausbildungsverhältnisses. Die bisher getätigten betrieblichen Investitionen gehen so nicht verloren
  • Oft sind Motivation, Reife und Verantwortungsbewusstsein bei diesen Auszubildenden stärker ausgeprägt.

 

Modelle der Teilzeitausbildung

Variante 1:
Teilzeitausbildung ohne Verlängerung der Ausbildungszeit; die Arbeitszeit einschließlich des Berufsschulunterrichts beträgt mindestens 25 Wochenstunden (bzw. 75 Prozent der wöchentlichen Arbeitszeit).

Variante 2:
Teilzeitausbildung mit Verlängerung der Ausbildungszeit um maximal ein Jahr; die Arbeitszeit einschließlich des Berufsschulunterrichts beträgt mindestens 20 Wochenstunden.
 

Berufsschulunterricht

Der Berufsschulunterricht findet jeweils in Vollzeit statt.
 

Wechsel von Vollzeit in Teilzeit

Auszubildende haben die Möglichkeit, eine in Vollzeit begonnene Ausbildung in Teilzeit weiterzuführen, wenn der Betrieb dem zustimmt. Die entsprechende Vertragsänderung muss der Handwerkskammer mitgeteilt werden.
 

Ausbildungsvertrag

Beim Abschluss eines Ausbildungsvertrags sind die Besonderheiten einer Teilzeitausbildung festzuhalten und unter „Sonstige Vereinbarungen" des Ausbildungsvertrages einzutragen. Zusätzlich wird ein Nachweis über den Grund für die Notwendigkeit der Teilzeitausbildung benötigt (z. B. Geburtsurkunde des Kindes oder Nachweis über die Pflegebedürftigkeit des Angehörigen).
 

Urlaub

Bei Auszubildenden, die eine Teilzeitausbildung absolvieren, berechnet sich der Urlaubsanspruch wie folgt:

  • Arbeiten Teilzeitauszubildende an genauso vielen Arbeitstagen wie Vollzeitauszubildende, nur mit verkürzter täglicher Arbeitszeit, haben sie den gleichen Urlaubsanspruch wie die Vollzeitauszubildenden.
  • Findet die Teilzeitausbildung dagegen an weniger betrieblichen Arbeitstagen pro Woche statt als eine Vollzeitausbildung, reduziert sich der Urlaubsanspruch wie folgt (sofern keine anderweitige tarifliche Regelung besteht):

Beispiel:

  • Vollzeitausbildung: 5 Tage pro Woche, Urlaubsanspruch: 25 Arbeitstage
  • Teilzeitausbildung: 4 Tage pro Woche, Urlaubsanspruch: 20 Arbeitstage (= 25:5 x 4)

 

Vergütung

Bei einer Teilzeitausbildung wird die Ausbildungsvergütung entsprechend gekürzt.
 
Beispiel:

  • Teilzeitausbildung 6 Stunden täglich (statt 8 Stunden), Vergütungsanspruch: Dreiviertel der Ausbildungsvergütung

 

Überbetriebliche Ausbildung

Soweit im Rahmen handwerklicher Ausbildung ergänzende Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜBL) verbindlich vorgeschrieben ist, sind diese Kurse zu 100 Prozent zu besuchen.
 

Weiterführende Links
 

Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW
Übersicht über regionale Initiativen und Netzwerke zur Förderung der Teilzeitberufsausbildung in NRW

Jobcenter Dortmund