Eine Abmahnung innerhalb einer Ausbildung ist die letzte erzieherische Maßnahme zur Behebung von Fehlverhalten und Pflichtverletzungen. Schwere Pflichtverletzungen, wie z.B. unentschuldigte Fehlzeiten in der Berufsschule, können nach erfolglosem Gespräch und mündlicher Ermahnung zu einer Abmahnung führen. Die Abmahnung ist somit die "letzte" Aufforderung zur Mängelbeseitigung. Weiteres Fehlverhalten nach der Abmahnung muss dann konsequenterweise zur Kündigung führen.

Vor einer Kündigung aus wichtigem Grund ist mindestens eine schriftliche Abmahnung erforderlich. Das gilt nicht bei schweren Verfehlungen, bei denen eine Abmahnung nicht möglich oder unzumutbar ist (z. B. Straftaten wie Diebstahl oder Körperverletzung). Die Gründe müssen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Berufsausbildung stehen. Es sollten wegen eines wiederholten Fehlverhaltens nicht mehr als zwei Abmahnungen geschrieben werden.

Eine korrekte Abmahnung muss unbedingt folgende Mindestinhalte aufweisen:

  • die Bezeichnung „Abmahnung“
  • die genaue Benennung des gerügten Fehlverhaltens
  • Datum und Zeitpunkt des Fehlverhaltens, ggf. Zeugen
  • die unmissverständliche Aufforderung, dieses Verhalten zukünftig zu unterlassen und
  • die eindeutige Androhung der Folgen (hier Kündigung aus wichtigem Grund), falls sich das Fehlverhalten wiederholt


Der Erhalt der Abmahnung sollte vom Empfänger bestätigt werden, entweder durch die Unterschrift des Auszubildenden (bei minderjährigen Auszubildenden auch durch den gesetzlichen Vertreter) oder durch eine entsprechende Postzustellung (Einschreiben).