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Verlängerter Lockdown ist schwere Belastung für Betriebe

Statements von HWK und IHK zum Bund-Länder-Treffen vom 10.02.2021

HWK-Präsident Berthold Schröder

„Die erneute Verlängerung der Maßnahmen stellt für viele Handwerksbetriebe, die weiter von Schließungen oder dem Ausfall ganzer Geschäftsfelder betroffen sind, eine schwere Belastung dar. Zahlreiche Unternehmer stehen mit dem Rücken zur Wand und benötigen schnellstens Unterstützung. Es hängt nun alles davon ab, ob die in Aussicht gestellten Abschlagszahlungen der Überbrückungshilfe III jetzt auch wie geplant fließen, sonst droht der Verlust zahlreicher Existenzen sowie Arbeits- und Ausbildungsplätze.

Es ist eine gute Nachricht, dass Friseurbetriebe ab dem 1. März wieder öffnen sollen. Das nimmt Unternehmern und Mitarbeitern ein Stück weit die Existenzangst. Die Zeit bis zum 1. März wird für die meisten Friseure jedoch noch einmal eine enorme Kraftanstrengung werden. Darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass andere körpernahe Dienstleister, wie Kosmetiker, weiterhin um ihre Existenz bangen. Auch hier brauchen wir in absehbarer Zeit klare Öffnungsperspektiven. Dass Handwerksbetriebe mit sorgfältig ausgearbeiteten Hygienekonzepten auf eine Öffnung gut vorbereitet sind, haben sie bereits nach dem Wiederhochfahren der Wirtschaft im Anschluss an den ersten Lockdown im vergangenen Jahr bewiesen.

Erfreulich ist, dass sich Bund und Länder auf einen ersten konkreten Schwellenwert für ein schrittweises Hochfahren der Wirtschaft und für Öffnungen verständigt haben. Damit die von Schließungen betroffenen Betriebe jedoch sicher planen können, ist eine weitere Konkretisierung mit klaren Kriterien unablässig. Die Unternehmen brauchen eine gesicherte Perspektive, um den Mut nicht zu verlieren. Darum ist hier Eile geboten.“

 

IHK-Präsident Heinz-Herbert Dustmann

„Die gestern beschlossene Verlängerung des Lockdowns bis zum
7. März verschärft die ohnehin schon existenzbedrohenden Lage vieler betroffener Unternehmen in Dortmund, Hamm und im Kreis Unna. Die gestrigen Beschlüsse sind leider enttäuschend, weil sie in keiner Weise einen differenzierten Stufenplan hin zu einer Öffnung bieten. Es braucht aber dringend eine realistische Perspektive für unsere Betriebe, für weite Teile des Einzelhandels, Gastronomie, Schausteller und viele andere mehr. Viele Unternehmen stehen vor der Insolvenz. Die angekündigten staatlichen Hilfen sind zu kompliziert und kommen viel zu spät an. Damit geraten letztlich auch Arbeitsplätze in Gefahr.

Die Wirtschaft braucht einen klaren Fahrplan, wer unter welchen Bedingungen wann wieder öffnen kann. Viele Einzelhändler und Gastronomen haben nach dem ersten Lockdown bewiesen, wie man mit Hygienemaßnahmen Kunden und Gäste vor möglichen Infektionen schützen und trotzdem das wirtschaftliche und damit auch das kulturelle, gesellschaftliche Leben in Pandemiezeiten aufrechterhalten kann. Ich würde mir von Bundes- und Landesregierung entsprechenden Einfallsreichtum wünschen – beispielsweise mit einem Konzept zur Wiederöffnung oder mit beispielsweise an Inzidenzen orientierten, verbindlichen Öffnungsperspektiven. Die Vorgaben durch die Corona-Schutzverordnung sollten klar und eindeutig sein. Ein kommunaler Flickenteppich mit voneinander abweichenden Interpretationen schafft nur gefühlte Ungerechtigkeiten und stiftet Verwirrung.

Es ist immens wichtig, dass einhergehend mit der Verlängerung des Lockdowns die von den Unternehmen lang ersehnte Überbrückungshilfe III endlich gestartet ist und Abschlagszahlungen bald zu erwarten sind. Allerdings müssen die Soloselbständigen, die ebenfalls an den Grenzen der Belastbarkeit angekommen sind, nun noch weiter warten, bis die Antragstellung für die Neustarthilfe möglich sein wird. Hier muss ebenfalls eine schnelle Lösung erreicht werden.“

Jennifer Brox

Jennifer Brox

Präsidiumsreferentin

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