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Kurzarbeitergeld und Grundsicherung

Kurzarbeitergeld hilft, Ihrem Betrieb wertvolle Arbeitskräfte zu erhalten, auch wenn Ihre Beschäftigten vorübergehend zu wenig Arbeit haben. Für die Zeit der Kurzarbeit ersetzt es Ihnen einen Teil der Kosten des Entgelts für Ihre Beschäftigten. Außerdem werden Ihnen die Sozialversicherungsbeiträge abzüglich der Arbeitslosenversicherung pauschaliert zu 50 oder 100 Prozent erstattet.

Wenn Unternehmen aufgrund der weltweiten Krankheitsfälle durch das Corona-Virus Kurzarbeit anordnen und es dadurch zu Entgeltausfällen kommt, können betroffene Beschäftigte Kurzarbeitergeld erhalten. Diese Leistung muss vom Arbeitgeber beantragt werden. Im Falle des Coronavirus wurden die Hürden für den Bezug gesenkt und die Ausgleichszahlungen erhöht.

Im Einzelnen heisst das: 

  • Absenkung des Anteils der von Arbeitsausfall betroffenen Beschäftigten im Betrieb auf bis zu 10 %
  • teilweiser oder vollständiger Verzicht auf Aufbau negativer Arbeitszeitsalden
  • Kurzarbeitergeld auch für Leiharbeitnehmer
  • vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit (BA)
  • Betriebe können Kurzarbeitergeld unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 24 Monate lang erhalten.


Für 2021 gilt:

Hat Ihr Unternehmen bis 31. Dezember 2020 Kurzarbeit eingeführt und bei der Arbeitsagentur angezeigt, kann Kurzarbeitergeld bis zu 24 Monate, längstens bis 31. Dezember 2021, bezogen werden.

Alle wichtigen Informationen für Betriebe und Antworten auf die häufigsten Fragen für die Beantragung des Kurzarbeitergelds finden sie auf der Seite der  Bundesagentur für Arbeit.





Voraussetzungen

Kurzarbeitergeld erfordert, dass Ihr Betrieb bestimmte Voraussetzungen erfüllt. So müssen zum Beispiel mindestens 10 Prozent Ihrer Beschäftigten einen Entgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben und ihre Angestellten Überstunden und positive Zeitguthaben abgebaut haben (bis auf bestimmte Ausnahmen).

In den  Erklärvideos der Agentur für Arbeit erhalten sie alle Informationen zu den Voraussetzungen und der Beantragung des Kurzarbeitergelds anschaulich erklärt.



Beantragung Kurzarbeitergeld

Wenn Ihr Betrieb alle Voraussetzungen erfüllt, können Sie Kurzarbeit anmelden und Kurzarbeitergeld beantragen. Kurzarbeitergeld hilft, Ihrem Betrieb während der Kurzarbeit wertvolle Arbeitskräfte zu erhalten. Informieren Sie Ihre zuständige Agentur für Arbeit darüber, dass in Ihrem Betrieb Kurzarbeit notwendig ist. Füllen Sie dafür das PDF „ Anzeigen eines Arbeitsausfalls“ aus und unterschreiben Sie es.

Die Agentur für Arbeit prüft Ihre Anzeige. Hat sie festgestellt, dass Sie die Voraussetzungen erfüllen, können Sie jeden Monat Kurzarbeitergeld beantragen. Sie zahlen jeden Monat sowohl das Arbeitsentgelt für geleistete Arbeitsstunden als auch das Kurzarbeitergeld an Ihre Beschäftigten aus. Sie beantragen jeden Monat die Erstattung des Kurzarbeitergeldes. Bis 31.12.2021 können Sie statt des Antrages auch den Kurz-Antrag verwenden.

Mehr Informationen zur Anzeige und zur Beantragung finden sie auf der Seite  Kurzarbeitergeld: Anzeige, Antrag, Berechnung der Bundesagentur für Arbeit.



Wenn Sie bereits beim Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit registriert sind können Sie Kurzarbeitergeld  online anzeigen und beantragen, oder den Antrag ausdrucken, ausfüllen und per Post senden bzw. in den Hausbriefkasten Ihrer zuständigen Agentur einwerfen.

Die Bearbeitung der Vorgänge erfolgt schneller, wenn Arbeitgeber*innen Anträge und Listen über das Online-Portal hochladen.



Neues vereinfachtes Kurzarbeitergeld "Corona"

Kürzlich wurden zahlreiche Vereinfachungen im Verfahren zur Beantragung des Kurzarbeitergeldes umgesetzt: So wurde neben dem klassischen Antrag ein neuer Vordruck eingeführt,  der nur noch eine Seite lang ist. Abgefragt werden noch die Stammdaten des Betriebs, die betroffenen Beschäftigten nach Geschlecht und die Gesamtzahl der Beschäftigten, Soll- und Ist-Entgelt sowie die Summe des zu zahlenden Kurzarbeitergeldes und die Höhe der zu erstattenden SV-Beiträge.

Alle anderen relevanten Sachverhalte, wie z. B. die Inanspruchnahme von Resturlaub aus dem Vorjahr, sind pauschal mit der Unterschrift zu bestätigen. Daneben sind

  • die Gründe für den Arbeitsausfall nur noch in einfacher Form darzulegen. Im vorliegenden Antrag wird davon ausgegangen, dass der Arbeitsausfall auf das Coronavirus zurückzuführen ist.
  • Einzelvertragliche Vereinbarungen bzw. Änderungskündigungen zur Einführung der Kurzarbeit müssen nicht mit der Anzeige eingereicht werden, sondern nur noch zur Prüfung vorgehalten werden.
  • Anders als beim regulären Kurzarbeitergeld ist kein Erholungsurlaub aus dem laufenden Kalenderjahr zur Vermeidung von Kurzarbeit vorrangig zu nehmen. Es muss lediglich bestätigt werden, dass Resturlaubsansprüche aus dem Vorjahr vorrangig abgebaut wurden. 
  • Entgegen den Regelungen beim regulären Kurzarbeitergeld müssen ebenfalls im Zeitarbeitskonto keine Minusstunden aufgebaut werden. Allerdings gilt weiterhin, dass vor Kurzarbeit die Überstunden abgebaut werden müssen.

Wir empfehlen Ihnen, dass neue Formular für Anträge zur Kurzarbeit verursacht durch die Corona Pandemie zu nutzen.

Weitere Informaionen zur Abrechnung und Antragsstellung finden Sie in diesem

 Video-Tutorial



Corona-Grundsicherung für Mitarbeiter und Soloselbstständige

Die Ausbreitung des Coronavirus hat spürbare Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Eine Folge sind bei vielen Menschen Sorgen um die finanzielle Existenz. Die Agentur für Arbeit informieren Sie darüber, welche Unterstützung in dieser Situation der Bezug von Grundsicherung (auch genannt: Arbeitslosengeld II) für Sie möglich sein kann.

Der Zugang zu dieser finanziellen Leistung wurde durch das Sozialschutz-Paket der Bundesregierung vorübergehend erheblich erleichtert. Vor allem Familien mit geringem Einkommen und Selbstständige ohne oder mit nur wenigen Angestellten werden dadurch gestärkt. 

Selbstständige, die ihren privaten Lebensbedarf nicht bestreiten können, haben die Möglichkeit bei der Arbeitsagentur ALG II zu beantragen. Hierfür gibt es im Rahmen der Corona-Krise ein vereinfachtes Antragsverfahren. Es sind lediglich die Anlage VA und KAS auszufüllen.

Eine umfangreiche Vemögensprüfung findet nicht statt. Lediglich eine Abfrage, ob mehr als 60.000 € Vermögen vorliegt. Auch sind Einnahmen und Ausgaben nicht detailliert darzustellen. Eventuell kann es aber im Nachgang zu weiteren Prüfungen kommen.