Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dortmund
Marcel Kusch / HWK Dortmund

"Impfung bleibt wirksamstes Instrument zur Pandemiebekämpfung"

Die Präsidenten der HWK Dortmund und IHK zu Dortmund zu dem am Freitag vom Bundesrat und am Donnertag bereits vom Bundestag verabschiedeten neuen Infektionsschutzgesetz

Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dortmund, erklärt:
„Die gefassten Beschlüsse tragen dem aktuellen Infektionsgeschehen Rechnung. Angesichts stark steigender Inzidenzen müssen wir in den kommenden Wintermonaten weiterhin umsichtig bleiben und für maximalen Gesundheitsschutz sorgen. Wir begrüßen, dass Bund und Länder ihre Impfangebote wieder ausweiten wollen, denn die Impfung bleibt das wirksamste Instrument in der Pandemiebekämpfung. Ich appelliere an alle Handwerkerinnen und Handwerker im Kammerbezirk, diese Möglichkeit zu nutzen und auch Booster-Impfungen in Anspruch zu nehmen. Das ist der beste Weg, unsere Kund*innen und Kolleg*innen zu schützen und gleichzeitig die Arbeitsfähigkeit unserer Unternehmen sicherzustellen.

Positiv ist aus Sicht der Betriebe, dass die finanziellen Unterstützungsmaßnahmen wie insbesondere die Überbrückungshilfe III einschließlich Neustarthilfe bis zum 31. März 2022 verlängert werden sollen.
Ebenfalls positiv bewerten wir das angedachte Auskunftsrecht für Arbeitgeber über den Corona-Status ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nur so können unsere Betriebe ein wirksames Schutzkonzept innerhalb der Unternehmen aufbauen.

Schließungen, auch Teil-Lockdowns, müssen unbedingt vermieden werden, denn sie würden die Erholung der Unternehmen massiv gefährden und weitere Existenzen bedrohen. Bei allen nötigen Auflagen muss darüber hinaus darauf geachtet werden, dass sie möglichst unbürokratisch in den Betriebsalltag integriert werden können. Die Arbeitgeber dürfen nicht die alleinige Last der Pandemiebekämpfung tragen. Daher ist es folgerichtig, dass seit dem letzten Wochenende wieder kostenlose Bürgertests zur Verfügung stehen.“



Statement von Heinz-Herbert Dustmann, Präsident der IHK zu Dortmund: „Vor dem Hintergrund der sich erneut dramatisch verschärfenden Corona-Pandemie sind klare Regeln erforderlich. Die IHK zu Dortmund begrüßt deshalb die geplante 3G-Regelung am Arbeitsplatz. Wenn künftig nur noch geimpfte, genesene oder getestete Beschäftigte zur Arbeit in den Betrieb kommen können, ist das ein wichtiger Schritt beim Schutz vor weiteren Infektionen. In vielen Branchen mussten Kunden einen solchen Nachweis schließlich ohnehin bereits angeben – etwa, um eine Gaststätte zu betreten oder eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. Wichtig ist aber auch, dass die Details geklärt werden. Die Unternehmen müssen wissen, ob Schnelltests ausreichen oder ob es ein Test mit offiziellem Nachweis sein muss. Auch der arbeitsrechtliche Umgang mit Arbeitnehmern, die sich dieser Regelung verweigern, muss widerspruchsfrei geklärt werden.

08.03.2021 Dortmund City - IHK Dortmund - Buergermeister Marc Herter aus Hamm zu Gast bei Praesident Heinz Herbert Dustmann u Hauptgeschaeftsfuehrer Stefan Schreiber Copyright Stephan Schuetze
Stephan Schütze / IHK zu Dortmund

Generell gilt, dass die geplanten Corona-Schutzmaßnahmen in den Unternehmen praktikabel, nachvollziehbar und am besten bundesweit einheitlich sein müssen. Die Betriebe engagieren sich seit Beginn der Pandemie mit Teststrategien, Hygienekonzepten und Impfkampagnen intensiv für den Schutz ihrer Belegschaft und ihrer Kundschaft. Dieses Engagement sollte auf keinen Fall durch zu hohe Belastungen über komplizierte Dokumentations- und Überprüfungspflichten gebremst werden. Denn nur mit praxistauglichen Regeln erreichen wir die erforderliche Akzeptanz bei allen Beteiligten.

Die sich an der Hospitalisierungsrate orientierende bald flächendeckend geltende 2G- oder sogar 2G+Regelung (mit zusätzlichem Negativtest) im Freizeit- und Kulturbereich ist ebenfalls im Sinne vieler Unternehmen. Gerade für die Gastronomie, Veranstaltungsbranche und Schausteller auf den Weihnachtsmärkten ist diese vorsorgliche Maßnahme zwar nicht angenehm, aber letztlich überlebenswichtig, um den Betrieb weiter aufrechterhalten zu können. Ihrer gesellschaftlichen Verantwortung sind und waren sich unsere Betriebe stets bewusst. Einen erneuten Lockdown kann sich unsere Wirtschaft nicht leisten. Es bleibt sehr zu hoffen, dass Kontaktbeschränkungen (möglich ab einem Wert von über 9 bei der Hospitalisierungsrate) nicht notwendig sein werden.

Positiv sehen wir die Entscheidung des Bundes, die Überbrückungshilfe III Plus (einschließlich der Neustarthilfe) und Regelungen zur Kurzarbeit um drei Monate bis zum 31. März 2022 verlängern. Die Ankündigung, weitere Maßnahmen zur Unterstützung der von Corona-Schutzmaßnahmen besonders betroffenen Advents- und Weihnachtsmärkte zu entwickeln, ist ebenfalls zu begrüßen. Hier sollte die Politik allerdings im engen Austausch mit der Wirtschaft schnell Vorschläge unterbreiten. Dass betroffene Unternehmen des Handels weiterhin die Möglichkeit haben sollen, aufgrund der Maßnahmen nicht verkäufliche Saisonware im Rahmen der Überbrückungshilfe III Plus zu berücksichtigen, ist gleichfalls ein gutes Signal.

Die reaktivierte Home-Office-Pflicht hingegen bewertet die IHK kritisch. Mit ihren Hygienekonzepten, der 3G-Regelung und der über Monate geübten Home-Office-Praxis sind die Betriebe bestens in der Lage, sich selbst der Pandemielage entsprechend zu organisieren. Unserer Meinung nach braucht es keine zusätzliche starre Vorschrift, die Betriebsabläufe stört, Unternehmen wieder in die Krise zurückwirft, die Bürokratie weiter aufbläht und die noch nicht wieder normal laufende praktische Ausbildung in den Betrieben gefährdet. Aus dem Home Office sind beispielsweise auch keine Schülerpraktika möglich, die für die Berufsorientierung sehr wichtig sind.”

Jennifer Brox

Jennifer Brox

Präsidiumsreferentin

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