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Handwerk in Zeiten der Corona-Pandemie

Drei Unternehmer*innen berichten über ihren derzeitigen Berufsalltag

Rund 20.000 Mitgliedsbetriebe im Kammer-Bezirk der Handwerkskammer (HWK) Dortmund passen ihren beruflichen Alltag an die Auflagen und Gegebenheiten der derzeitigen Corona-Krise an. Drei Unternehmer*innen berichten über ihre persönlichen Erfahrungen im Umgang mit der Situation.  

 

Monika_Wechsler (c) privat
Hessmann, Karin

Monika Wechsler, Konditormeisterin / Inhaberin der Pâtisserie & Chocolaterie (Dortmund):

„Zwar habe ich mit meinem Ladenlokal auch während der aktuellen Ausnahmesituation geöffnet, dennoch setzt mir und meiner Auszubildenden die Situation spürbar zu. Mein Unternehmen lebt vor allem von Festivitäten, bei denen Menschen zusammenkommen: Hochzeiten, Partys, private und öffentliche Feiern, die wir mit unseren süßen Kreationen beliefern. All‘ diese Dinge dürfen auf unabsehbare Zeit nicht stattfinden, was uns bereits viele Aufträge gekostet hat. Das Sommergeschäft ist mit Blick auf die anderen Jahreszeiten zwar immer etwas schwächer, aber dafür normalerweise reich an Events, die wir mit unseren Torten und Süßspeisen ausstatten. Auch unsere Pâtisseriekurse dürfen nicht mehr stattfinden.

 Nach intensiven Gesprächen mit der Unternehmensberatung der HWK Dortmund habe ich meine Möglichkeiten ausgelotet und mich zügig um die Soforthilfe gekümmert. Diese wurde auch schnell bewilligt, aber nach nunmehr knapp fünf Wochen immer noch nicht ausgezahlt. Ich kann im Moment nicht einschätzen, wie stark meine Pâtisserie & Chocolaterie durch die Corona-Krise geschädigt wird, aber es steht bereits im Raum, meine Auszubildende, die Ende Mai ihre Gesellenprüfung ablegt, aufgrund der fehlenden finanziellen Mittel nicht zu übernehmen. Das wäre wirklich schade, da wir ein tolles Team sind. Sie kam als junge Mutter mit Ende zwanzig voller Enthusiasmus in meinen Betrieb und kennt sich jetzt natürlich super aus. Ich hoffe daher weiterhin auf die Treue meiner Kunden. Wir haben unser Sortiment jahreszeitlich angepasst und wollen bald auch mit selbstgemachtem Granita an den Start gehen. Auf unserer Internetseite, auf Facebook und in den lokalen Medien versuchen wir, die Menschen zu erreichen und auf dem Laufenden zu halten. Auch Kooperationen mit anderen Unternehmen sind vorstellbar. Im besten Fall wird das Angebot angenommen und wir können uns weiterhin halten. Mit meiner Pâtisserie & Chocolaterie habe ich mir einen beruflichen Traum erfüllt, den ich weiterhin mit Leidenschaft leben möchte.“

Andreas_Schwienhorst (c) Kreishandwerkerschaft Hellweg Lippe
Kreishandwerkerschaft Hellweg Lippe

Andreas Schwienhorst, Tischlermeister und Innenarchitekt / Inhaber von Schwienhorst Innenausbau (Hamm)

„Zwar kommen weiterhin Aufträge rein, dennoch ist die Auslastung seit zwei Monaten deutlich geringer als zur gleichen Zeit in den Vorjahren. Die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sind auch für mich und mein Team, bestehend aus fünf Fachkräften und vier Auszubildenden, immer mehr zu spüren. Um weiterhin handlungsfähig bleiben zu können, haben wir uns bereits mit dem Thema Kurzarbeit auseinandergesetzt und einen entsprechenden Antrag auf den Weg gebracht. Ebenso sind wir mit der Soforthilfe umgegangen. Ende vergangener Woche ging der Antrag dafür raus. Zu hoffen bleibt aber, dass wir die Hilfsangebote gar nicht erst nutzen müssen. Trotzdem bin ich froh, dass diese Mittel Unternehmen angeboten werden. Von Seiten der Kunden haben wir in den vergangenen Wochen nur einmal konkret erlebt, dass ein Auftrag mit unmittelbarem Corona-Bezug verschoben wurde, weil ein Mitarbeiter des Auftraggebers am Coronavirus erkrankt ist. Ansonsten gibt es Verzögerungen bei Projekten, bei denen Vorarbeiten aufgrund der aktuellen Situation nicht im geplanten zeitlichen Rahmen erfolgen konnten. Um weiterhin sicher arbeiten zu können, achten wir auf die Einhaltung der geforderten Hygienemaßnahmen. Masken stehen dem Team daher zur Verfügung. Unseren Auszubildenden, die derzeit nicht zur Berufsschule gehen können, überlassen wir die Entscheidung, ob sie an den eigentlichen Schultagen zuhause für die Schule arbeiten möchten oder in den Betrieb kommen.

 Natürlich wäre es schön, wenn im Berufsalltag bald wieder Normalität einkehrt. Zu schnelle oder gar fahrlässige Lockerungen können aber auch das Gegenteil bewirken. Was den Umgang mit dieser außergewöhnlichen Situation angeht, vertraue ich deshalb voll und ganz der Landes- und Bundesregierung.“  

 

Haartreff_Eickel (c) Haartreff Eickel
Haartreff Eickel

Desiree Wenzel (2.v.l.), Friseurmeisterin / Inhaberin Haartreff Eickel (Herne):

„Zu Beginn der Corona-Krise haben vereinzelt Kunden aufgrund von Angst und Unsicherheit ihre Termine bei uns abgesagt. Als dann nur wenige Wochen später über Geschäftsschließungen öffentlich diskutiert wurde, war der Kundenandrang plötzlich übermäßig stark. Fast schon vergleichbar mit den Hamsterkäufen von Hygieneartikeln. Jeder wollte noch schnell zum Friseur, bevor es auf unabsehbare Zeit nicht mehr möglich ist. Ende März hat uns die Anordnung zur Schließung des Salons von einem auf den anderen Tag dann doch überrumpelt. Eine kurze Vorbereitungszeit für betroffene Unternehmer wäre in meinen Augen angebracht gewesen.

Ich habe mich schon früh um Kurzarbeitergeld für meine drei Mitarbeiterinnen gekümmert und in regelmäßigem Austausch mit der Handwerkskammer Dortmund und der Kreishandwerkerschaft Herne gestanden, um mich über alle rechtlichen Auflagen und finanziellen Möglichkeiten zu informieren. Positiv überrascht hat mich die schnelle Abwicklung der Soforthilfe NRW 2020. Noch in der Woche der Antragsstellung wurde die Summe ausgezahlt.

 Mein Ziel ist es nun, alle Mitarbeiterinnen behalten zu können, deshalb nutze ich jede Unterstützungsmöglichkeit, die Unternehmern geboten wird. Dass wir nun am 4. Mai wieder öffnen, ist dennoch sehr wichtig für uns. Wir haben Wochen der Arbeit aufzuholen und möchten möglichst vielen Kunden schnell helfen. Ob und wie uns das unter Einhaltung der neuen Hygiene-Maßnahmen gelingt, wird sich zeigen. Sowohl wir als auch unsere Kunden müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Außerdem dürfen wir derzeit keine Wimpern und Augenbrauen färben und wir müssen für genügend Abstand zwischen den Kunden sorgen. Damit sind zwei Bedienplätze in unserem Salon nicht nutzbar und da jede von uns jeweils nur einen Kunden und nicht mehrere parallel bedienen dürfen, bin ich gespannt, wie sich das langfristig auf uns auswirkt. Wir bleiben in jedem Fall zuversichtlich und halten uns an die Vorgaben. Wenn alle anderen das auch tun, haben wir eine gute Chance.“

 Kontakt / HWK-Corona-Hotlines

 

Brillowski, Kätrin
Ardeystraße 93
44139 Dortmund
Tel. +49(231)5493-113
Fax +49(231)5493-95113
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