Konjunktur
HWK Dortmund

Auswirkungen auf die Konjunktur im Handwerk

Wegen der Folgen der Corona-Epidemie korrigieren die Konjunkturforscher ihre Prognosen bislang nur vorsichtig nach unten. Die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft sind nach bisherigen Erkenntnissen nur schwer abzuschätzen.

Viele Handwerksbetriebe verzeichnen bereits jetzt erhebliche Umsatzeinbußen, nicht nur die Messebauer aufgrund der Absagen zahlreicher Messen, sondern auch diverse andere Handwerke, die im Zuliefer- und Industriebereich tätig sind oder z. B. wie Friseure am Menschen arbeiten und damit auf persönlichen Kundenkontakt angewiesen sind.

Ebenso fehlen den Betrieben bereits heute vielfach Ersatzteile, so dass Aufträge nicht ausgeführt werden können. In laufenden Unternehmensbefragungen zur Corona-Krise zeigen sich bereits deutliche Auswirkungen auf viele Betriebe. So ist schon jetzt jeder dritte Betrieb von den Auswirkungen der Pandemie betroffen.

Je länger die Epidemie anhält, desto stärker werden sich die Auswirkungen zeigen.



Weiterführende Informationen
 www.bmwi.coronavirus.de
 www.zdh.de

Hotline des BMWi für Unternehmen bei Fragen zum Coronavirus:

Montag-Freitag (09:00-17:00 Uhr)

030186151515

ZDH-Betriebsumfrage zur Corona-Pandemie

Um die konjunkturellen Folgen der Corona-Pandemie für die Handwerkswirtschaft besser beurteilen zu können, hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gemeinsam mit vielen Handwerkskammern und Fachverbänden des Handwerks die Betriebe zum zweiten Mal zu den Auswirkungen der Krise auf die aktuelle Geschäftstätigkeit befragt. Die zweite Umfragerunde wurde vom 2. bis zum 5. April 2020 durchgeführt. Insgesamt haben sich 2.750 Betriebe an der Befragung beteiligt.

Schon in der ersten ZDH-Befragung zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie, die vom 23. bis 25. März 2020 durchgeführt wurde, hatten die Betriebe von massiven Einflüssen auf den Geschäftsbetrieb berichtet. Die aktuelle Umfrage zeigt, dass sich die Situation zumindest nicht weiter verschlechtert hat und sich die Coronafolgen für die Geschäftstätigkeit der Betriebe ähnlich darstellen wie zuvor. So berichten aktuell 74 Prozent der Betriebe von coronabedingten Umsatzrückgängen (Vorbefragung: 77 Prozent). Dabei sind die Umsätze der betroffenen Betriebe im Gesamthandwerk um durchschnittlich 55 Prozent zurückgegangen (Vorbefragung: 53 Prozent). Die höchsten Anteile von Betrieben mit Umsatzeinbrüchen finden sich in den Gesundheitshandwerken mit 100 Prozent und den persönlichen Dienstleistungshandwerken mit 97 Prozent. Wie zuvor sind zudem die Lebensmittel- und die Kfz-Gewerke überdurchschnittlich stark von Umsatzausfällen betroffen (90 bzw. 89 Prozent). Am geringsten bleibt die Betroffenheit in den Bauhauptgewerken (40 Prozent). Die persönlichen Dienstleister (92 Prozent) und die Gesundheitshandwerker (74 Prozent) sind zudem erneut die Gewerkegruppen, die im Durchschnitt die höchsten Umsatzausfälle unter den davon betroffenen Betrieben verzeichnen.

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Die Kurzarbeit bleibt das favorisierte Instrument der Betriebe, um der Krise zu begegnen. Wie in der ersten Umfrage plant mehr als jeder zweite Handwerksbetrieb für einen Teil oder die gesamte Belegschaft Kurzarbeit anzumelden bzw. hat dies bereits getan. Die Gewerkegruppen, in denen die meisten Betriebe Kurzarbeitergeld bereits beantragt haben oder dies planen, sind wie in der Vorbefragung die Gesundheits- (78 Prozent), die Kfz- (68 Prozent) und die Bauhauptgewerke (60 Prozent). Weiterhin wollen wie zuvor jeweils mehr als 40 Prozent der Betriebe die fehlende Beschäftigung von Mitarbeitern – zumindest erst einmal – durch den Abbau von Überstunden oder die Anordnung von Urlaub für (Teile) der Belegschaft auffangen. Mit Ausnahme der Gesundheits- und der persönlichen Dienstleistungsbetriebe planen in allen Gewerkegruppen mehr Betriebe als im gesamthandwerklichen Durchschnitt diese Instrumente anzuwenden. Weiterhin werden von deutlich weniger Betrieben Kündigungen von Mitarbeitern (9 Prozent) oder die vorübergehende Schließung des Betriebs (12 Prozent) erwogen. Über Kündigungen denken besonders häufig die Betriebsinhaber in den Lebensmittelgewerken nach (19 Prozent), über vorübergehende Betriebsschließungen die persönlichen Dienstleistungshandwerker (38 Prozent).

Die komplette Auswertung der Umfrage finden Sie auf der Internetseite des  Zentralverbandes des Deutschen Handwerks oder unter Weiterführende Informationen auf dieser Seite.