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Handwerkskammer Dortmund
 

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11.05.2009

HWK und IHK machen Mut zur Selbstständigkeit

13. Aktionstage Existenzgründung und Unternehmenssicherung

 


Angehenden Gründern aus den Bereichen Handwerk, Industrie und Handel möchten die „13. Aktionstage Existenzgründung“, die am Donnerstag gemeinschaftlich von der Handwerkskammer (HWK) Dortmund und der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund eröffnet wurden, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Mut zur Selbstständigkeit machen. „All denen, die planen, selbst ein Unternehmen zu führen – oder bislang erst einmal nur mit dem Gedanken spielen – wollen wir mit den 13. Aktionstagen zur Existenzgründung und Unternehmenssicherung die richtige Anschubmotivation geben“, betonte HWK-Präsident Otto Kentzler.

Die Handwerkskammer will angehenden Gründern aus dem Kammerbezirk Dortmund, zu deren Einzugsgebiet neben den Städten Bochum, Dortmund, Hagen, Hamm und Herne auch die Kreise Ennepe-Ruhr, Soest und Unna gehören, mit den Aktionstagen Mut zur Selbstständigkeit machen. „Wer es momentan ‚wagt’, ein Unternehmen zu gründen oder zu übernehmen, gehört sicherlich zur Kaste der Mutigen“, so der Handwerkspräsident. Doch wer optimistisch auf seine Stärken und Kompetenzen vertraue, werde auch diese Herausforderung gut meistern. „Die Zeiten sind, genau besehen, nicht so schlecht, wie man vielleicht denken mag. Jedenfalls nicht im Handwerk. Wir haben schon ganz andere Durststrecken oder auch Krisen überstanden“, sagte Kentzler optimistisch. Es lohne sich auch jetzt, ein Unternehmen zu gründen oder zu übernehmen: „Denn gute Arbeit findet immer ihren Weg zum Markterfolg!“

Vor einer Ankurbelung der Spirale des negativen Denkens warnte IHK-Präsident Udo Dolezych. Jetzt sei vielmehr auch Vertrauen in die Gestaltungskraft und eine Belebung des Leistungsgedankens gefragt. Es gelte, eine neue Lust auf Leistung zu wecken, Leistung müsse in der öffentlichen Diskussion wieder einen prominenten Platz einnehmen. Dieses würde auch zu mehr Existenzgründungen führen. Der Bedarf im Westfälischen Ruhrgebiet an neuen, wachstumsstarken Unternehmen sei ungebrochen. Gerade von ihnen werden zukunftsfähige und wettbewerbsfähige Produkte und Dienstleistungen sowie neue Arbeitsplätze erhofft. Der Trend, seine berufliche Zukunft in der Selbstständigkeit zu suchen, sei nach wie vor ungebrochen. So liebäugelten nach einer Emnid-Umfrage acht von zehn Deutschen mit einer Existenzgründung. Es sei auch Aufgabe der IHK zu Dortmund, diesen Trend zu stabilisieren. „Die Existenzgründertage leisten hierzu einen entscheidenden Beitrag“, zeigte sich Dolezych zuversichtlich.

Zwei Tage dauerte die Gemeinschaftsveranstaltung der Dortmunder Kammern, die im Bildungszentrum der HWK an der Ardeystraße 93-95 stattfand. Den Besuchern wurde eine Vielzahl an Workshops und Seminaren geboten, in denen verschiedene Aspekte der Unternehmensgründung, -übernahme und -sicherung thematisiert wurden. Parallel zu den einzelnen Vorträgen standen an den Aktionstagen Berater der Startercenter NRW Westfälisches Ruhrgebiet, der Kreditinstitute, der Finanzämter, der Agentur für Arbeit und Job Center ARGE, der Deutschen Rentenversicherung Westfalen, von Technologiezentren und G-Dur (Gründungen aus der Wissenschaft in Dortmund und Region) für individuelle Gespräche zur Verfügung.

Bei den „13. Aktionstagen Existenzgründung und Unternehmenssicherung“ zeichneten beide Kammern je drei besonders erfolgreiche Existenzgründer aus. Die Verleihung der Gründerpreise, die von der HWK Dortmund vergeben wurden, nahm Hauptgeschäftsführer Klaus Yongden Tillmann vor. Er zeichnete folgende Unternehmer aus:

 

•Markus Jankowiak, Bedachungen Heidinger, Selm

Mit der Firma Bedachungen Heidinger hat Dachdeckermeister Markus Jankwoiak vor drei Jahren einen Betrieb übernommen, bei dem er seine kompletten Lehr- und Gesellenjahre durchlaufen hat. Jankowiak arbeitet im Großraum Selm und hat sein Absatzgebiet im vergangenen Jahr bis nach Greven ausgeweitet. Seine Ziele für die Zukunft sind: die Betriebsgröße beizubehalten und für seine zehn Mitarbeiter genügend Aufträge zu beschaffen.

 

•Orthopädieschuhtechnik Alexander Steinicke, Dortmund

Der Orthopädieschuhmachermeister Alexander Steinicke hat seinen Betrieb im Oktober 2006 in Dortmund neu gegründet. Sein Unternehmen bietet nicht nur die klassischen Produkte eines Orthopädieschuhmachers an, sondern versteht sich außerdem als kompetenter Ansprechpartner bei der Vorbeugung von Beschwerden im Bewegungsapparat. Steinicke will sein Unternehmen in Kürze vergrößern und plant ein weiteres Ladenlokal für Einlagen und medizinische Fußpflege zu eröffnen. Der Orthopädieschuhmachermeister beschäftigt derzeit zwei Mitarbeiter. Für August 2009 ist die Einstellung eines Auszubildenden geplant. Mittelfristig sollen zwei weitere Mitarbeiter eingestellt werden.

 

•Malerbetrieb und Gebäudeenergieberater Dirk Tobinski, Bochum

Die Erfahrungen, die Maler- und Lackierermeister Dirk Tobinski während seiner Zeit als angestellter Meister sammeln konnte, haben ihm den Einstieg in die Selbstständigkeit vor drei Jahren erleichtert. Vor der Gründung hat er eine Weiterbildungsmaßnahme zum Betriebswirt des Handwerks bei der HWK Dortmund absolviert. Eine Fortbildung zum Gebäudeenergieberater ermöglicht Tobinski zusätzlich zu den klassischen Maler- und Lackiererarbeiten auch Energiepässe auszustellen. Neben seiner Ehefrau arbeiten derzeit acht Mitarbeiter im Betrieb – davon drei Auszubildende.

 

Für die IHK zu Dortmund ehrte Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz folgende Jungunternehmer mit dem „Silbernen Merkurstab“:

 

•Jörg Hollerbach, Ortmann Spezialmaschinenbau, Hamm

Diplom-Ingenieur Jörg Hollerbach hat 2006 mit der Firma Ortmann einen etablierten und bereits seit 20 Jahren am Markt eingeführten Fachbetrieb übernommen. Die vorhandene Ausstattung mit Spezialmaschinen fügte sich passgenau in die Gründungsplanung ein. Ortmann ist ein Nischenanbieter für den Bau und Vertrieb von Sondermaschinen, die Spezialbearbeitung sowie Reparatur von Maschinen geworden, der zusätzlich ingenieurtechnische Dienstleistungen erbringt. Spezialaufträge vor allem aus der Stahlbe- sowie Stahlverarbeitung, der Wind- sowie der Zementindustrie bilden heute den Schwerpunkt. Im Unternehmen arbeiten 13 Personen, davon vier Auszubildende. Zum 1. August 2009 werden zwei zusätzliche Azubis neu eingestellt.

 

•Jens Wagener und Wolfgang Neuhaus, itemis AG, Lünen

Jens Wagener und Wolfgang Neuhaus haben im Jahr 2003 das Lüner IT-Beratungshaus itemis gegründet. Es werden Softwareentwicklungswerkzeuge und Dienstleistungen für Unternehmensanwendungen und eingebettete Systeme angeboten. Die modellbasierte Softwareentwicklung steckte damals noch in den Kinderschuhen. Mittlerweile gehört itemis, die zwischenzeitlich in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, weltweit zu den Technologieführern im Bereich der modellbasierten Softwareentwicklung. Im Unternehmen arbeiten 140 Mitarbeiter.

 

•Christoph Knieper, Kletterhalle Bergwerk, Dortmund

Im Jahr 1999 entwickelte Christoph Knieper auf dem Gipfel des Torre Trieste in den Dolomiten das Projekt Kletterhalle. Der Standort sollte auf jeden Fall im Ruhrgebiet liegen und geschichtsträchtigen Hintergrund haben. Die Wahl fiel auf die ehemalige Gaskompressionshalle der Kokerei Hansa in Dortmund-Huckarde. Nach sieben Jahren der Planungen und Verhandlungen war es endlich soweit. Es entstanden auf 2.000 Quadratmetern Kletterflächen, die bis in 20 m Höhe reichen. Dächer und Nischen, Verschneidungen und Pfeiler – so wie es der Fels in der Natur bietet. Im März 2008 öffnete die Kletterhalle Bergwerk ihre Pforten. Nach nur einem Jahr hat sie sich zu den beliebtesten Kletterhallen in Deutschland entwickelt.


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